Dtsch med Wochenschr 2006; 131(4): 174
DOI: 10.1055/s-2006-924945
Leserbriefe

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Leitliniengerechte Herzinsuffizienzbehandlung in Deutschland (Ergebnisse der MAHLER-Studie) - Erwiderung

E. Erdmann
Further Information

Publication History

Publication Date:
23 January 2006 (online)

Die Bedenken bezüglich des Studiendesigns [1] sind unbegründet. Die Initiatoren der Mahler-Studie haben einen Adherence-Indikator entwickelt mit einer 2-Schritt-Prozedur, die folgendermaßen gewählt war: Zuerst wurde in jedem einzelnen Fall die individuelle Krankheitssituation (Stadium der Herzinsuffizienz, Nebenerkrankungen, Interaktionen mit Medikamenten etc.) des Patienten analysiert und danach bestimmt, welches Medikament er entsprechend der ESC-Guidelines eigentlich bekommen müsste. Anschließend wurde überprüft, ob der Patient die Medikamente entsprechend der ESC-Guidelines auch erhalten hatte. Die methodischen Details sind publiziert [2].

Die behandelnden Kardiologen waren zufallsausgewählt. Damit sollten die Ergebnisse der Mahler-Studie statistisch gesehen allgemeinzutreffend sein. Die Mahler-Studie hat aber nicht untersucht, warum einigen Patienten keine Herzinsuffizienzmedikamente verordnet worden waren. Die Gründe können sowohl auf der Seite der Patienten als auch auf der Seite des behandelnden Arztes liegen. Auch wurde weder untersucht, ob die Patienten die rezeptierten Medikamente überhaupt einnahmen, noch ob die Dosierung korrekt war. Unabhängig davon zeigt sich aber, dass ein Patient besser behandelt ist, wenn er alle Herzinsuffizienzmedikamente erhält, die entsprechend den Leitlinienempfehlungen und entsprechend seines individuellen Krankheitsbildes verordnet werden sollten.

Literatur

Prof. Dr. med. E. Erdmann

Klinikum III für Innere Medizin, Universitätsklinikum

Joseph-Stelzmann-Straße 9

50924 Köln