Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2006; 1(3): 223-248
DOI: 10.1055/s-2006-925443
Systemerkrankungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Osteoporose

A. Roth,1 , K. Abendroth1
  • 1Lehrstuhl für Orthopädie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Publication Date:
31 May 2006 (online)

Veränderungen von Knochenmasse, -qualität und -struktur definieren die Osteoporose. Die Ursache dafür sind endokrin-metabolische und/oder biomechanische Funktionsstörungen im Skelettsystem. Durch Knochenbrüche wird die Osteoporose klinisch relevant. Die Anpassung an reduzierte Knochenstrukturen führt in der Wirbelsäule oft schleichend zu Deformierungen und Frakturen. Stürze bedingen Frakturen im peripheren Skelett. Ein höheres Lebensalter, das weibliche Geschlecht und bereits etablierte Frakturen nach Bagatelltrauma akzentuieren das Risiko, in 10 Jahren eine (weitere) Wirbelkörper- und/oder proximale Femurfraktur zu erleiden. Familiäre Schenkelhalsfrakturen, Untergewicht, Nikotinkonsum, multiple Stürze, Immobilität und akute, ursächlich nicht geklärte Rückenschmerzen ergeben weitere Hinweise für die Diagnostik. Klinisch stehen neben der normalen Routineuntersuchung Analysen der Stabilität der Körperhaltung mittels Chair-rising- und Timed-up-and-go-Tests im Vordergrund. Die Röntgendiagnostik der Wirbelsäule dient neben der Differenzialdiagnostik dem Nachweis bzw. dem Ausschluss von Frakturen. Für die Analyse der Knochendichte gilt die DXA als Methode der Wahl. Mit dem Basislabor werden sekundäre Osteoporosen ausgeschlossen. Schmerzlinderung, Sturz- und Frakturprophylaxe sind die Ziele der Osteoporose-Therapie. Therapeutische Entscheidungen beginnen mit Maßnahmen zur Optimierung der Koordination, der Muskelkraft, der Sturzprophylaxe sowie des Ernährungs- und Lebensstils mit der Sicherung der Vitamin D- und Calcium-Versorgung. Eine notwendige Schmerztherapie erfolgt nach dem WHO-Schema. Eine Indikation zur spezifischen Pharmakotherapie besteht bei einem 10-Jahres-Frakturrisko von > 30 %, das sich ergibt aus dem Alter, dem Geschlecht, einer eventuellen Vorfraktur und dem DXA-T-Wert (LWS oder Gesamtfemur). Bisphosphonate, SERMs, Strontium und Parathormon sind spezifische Medikamente der ersten Wahl zur Senkung des Frakturrisikos. Physiotherapeutische Maßnahmen, Hilfsmittel und Orthesen dienen der Mobilitätsverbesserung, sie lindern Schmerzen und korrigieren die Körperhaltung. Operative Eingriffe (Osteosynthesen, Kyphoplastie) erfolgen nach den üblichen orthopädisch-unfallchirurgischen Kriterien.

Literatur

Dr. med. Andreas Roth
K. Abendroth

Lehrstuhl für Orthopädie der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Prof. Dr. med. R. A. Venbrocks) · Rudolf-Elle-Krankenhaus Eisenberg

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