Zusammenfassung
Um zu zeigen, daß in chronischen Fällen oft die Anwendung mehrerer Mittel nacheinander
notwendig ist, um einen Heilerfolg zu erreichen, macht der Verfasser zunächst darauf
aufmerksam, daß man vor 100 Jahren vorwiegend akute, lebensgefährliche Fälle homöopathisch
behandelt hat, während wir heutzutage in den chronischen Fällen unsere Probleme sehen.
Er zeigt weiterhin, daß der Arzt in akuten Fällen unter Zeitdruck arbeitet und sich
häufig eine fehlerhafte Arzneimittelwahl nicht leisten kann. Das führte vielfach zu
der Meinung, daß in einem Fall jeweils nur ein einziges Mittel, das Similli-mum, wirksam
sein kann und daß alle anderen Mittel schaden. Demgegenüber werden einige Paragraphen
des Organon angeführt, in denen Hahnemann zeigt, wie auch ein nicht ganz treffend
passendes Mittel einen chronischen Fall der Heilung näher bringt. Anhand von Beispielen
aus der Literatur und aus dem eigenen Patientengut zeigt der Verfasser Ähnlichkeiten
zwischen Causticum, Sulfur, Calcium carbonicum und Silicea auf und macht darauf aufmerksam,
daß diese Mittel erfahrungsgemäß komplementär wirken.