Gastroenterologie up2date 2006; 2(2): 97-108
DOI: 10.1055/s-2006-944517
Ösophagus/Magen/Duodenum
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ulkuskrankheit

Herbert  Koop
Further Information

Publication History

Publication Date:
07 July 2006 (online)

Kernaussagen

Ätiologie und klinische Präsentation

Die Bedeutung des Helicobacter pylori (H.p.) nimmt kontinuierlich ab, während Ulzera durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Acetylsalicylsäure (ASS) an Zahl zunehmen.

Der Anteil der Patienten mit symptomarmen bzw. -freien Ulzera nimmt zu, häufig wird das Ulkus erst durch eine Komplikation erkennbar.

Das Non-H.p.-Non-ASS/NSAR-Ulkus ist hinsichtlich Verlauf und Effektivität der Therapiemaßnahmen bisher nur unzureichend charakterisiert.

Diagnostik und Therapie

Der Medikamentenanamnese kommt heute eine viel wichtigere Rolle zu.

Die endoskopische Diagnostik stellt die entscheidende diagnostische Maßnahme beim Ulkus dar. Der Biopsie kommt heute in der Ursachenklärung eine wichtige Rolle zu.

H.p.-positive Ulzera bedürfen immer einer H.p.-Eradikation - auch bei paralleler Einnahme ulzerogener Medikamente.

H.p.-negative Ulzera sollten mit einem Protonenpumpenblocker (PPI) behandelt werden.

Rezidivprophylaxe und Prävention

Die Strategie in der Rezidivprophylaxe stützt sich vornehmlich auf die PPI-Therapie.

Bei Patienten, die mit ASS oder NSAR behandelt werden, müssen individuelle Risikofaktoren identifiziert werden, um prophylaktische Maßnahmen gezielt einzusetzen.

Die Prävention des Ulkus unter ulzerogenen Pharmaka besteht in erster Linie in der PPI-Gabe. Die H.p.-Sanierung ist unabhängig davon anzustreben. Alternativen (stark wirksame Analgetika) berücksichtigen!

Literatur

Prof. Dr. Herbert Koop

II. Innere Klinik

HELIOS Klinikum Berlin
Hobrechtsfelder Chaussee 100
13122 Berlin

Email: hkoop@berlin.helios-kliniken.de