Kardiologie up2date 2006; 2(4): 357-367
DOI: 10.1055/s-2006-944982
Risikofaktoren

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Diabetiker in der Kardiologie - diagnostische und therapeutische Besonderheiten der koronaren Herzerkrankung

Nikolaus  Marx
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Publication Date:
05 February 2007 (online)

Kernaussagen

Bei Diabetikern ist das Risiko einer KHK mit ihren Folgen einer instabilen Angina pectoris und eines akuten Myokardinfarkts erhöht.

Diabetiker weisen eine erhöhte Komplikationsrate und Hospitalsterblichkeit bei Vorliegen eines akuten Myokardinfarktes auf.

Die KHK bei Diabetikern zeigt bevorzugt proximale Läsionen bei gleichzeitig diffusem distalem Befall.

Die klinische Präsentation der KHK bei diesen Patienten ist oft atypisch.

Das erhöhte kardiovaskuläre Risiko erklärt sich unter anderem durch die Assoziation mit anderen kardiovaskulären Risikofaktoren wie arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, proinflammatorischer Status und endotheliale Dysfunktion sowie Alteration der Thrombozytenfunktion. Dieses Cluster an Risikofaktoren wird vor allem bei einer Insulinresistenz gefunden.

Zur nichtinvasiven Diagnostik der KHK bei Diabetikern stehen die gleichen diagnostischen Möglichkeiten wie beim Nichtdiabetiker zur Verfügung: Belastungs-EKG, Echokardiographie, Stressechokardiographie und Myokardszintigraphie.

In der medikamentösen Therapie zur Modulation des kardiovaskulären Risikos bei Diabetikern ist eine kombinierte Therapie der Hyperglykämie, Dyslipoproteinämie und der arteriellen Hypertonie und sowie eine Thrombozytenaggregation erforderlich.

Ein kombinierter Therapieansatz mit strenger Einstellung der Lipide und des Blutdrucks, der Gabe von Aspirin und der zusätzlichen Applikation von ACE-Hemmern oder AT-I-Rezeptorantagonisten können das Risiko makrovaskulärer Ereignisse bei Typ-2-Diabetikern nachhaltig reduzieren.

Literatur

Prof. Dr. Nikolaus Marx

Abteilung für Innere Medizin II
Medizinische Universitätsklinik Ulm

Robert Koch-Straße 8
89081 Ulm

Email: nikolaus.marx@uniklinik-ulm.de