Kardiologie up2date 2006; 2(4): 373-388
DOI: 10.1055/s-2006-945085
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HDL-Cholesterin - neue physiologische Erkenntnisse, aktuelle Therapie

Klaus  G.  Parhofer
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Publication Date:
25 January 2007 (online)

Kernaussagen

  • Neben LDL spielen HDL eine zentrale Rolle in der komplexen Interaktion zwischen Lipoproteinstoffwechsel und Atherosklerose. Epidemiologische Daten belegen eindeutig, dass die Höhe des HDL-Cholesterinspiegels und die Atheroskleroserate invers miteinander korreliert sind. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zu der Veränderung im Stoffwechsel der triglyceridreichen Lipoproteine.

  • Der HDL-Cholesterinspiegel kann durch Lebensstilmaßnahmen (Gewichtsreduktion, Steigerung der körperlichen Aktivität, Beendigung des Nicotinabusus, Ernährungsumstellung) um bis zu 15 % angehoben werden.

  • Eine Reihe von lipidsenkenden Medikamenten kann daneben den HDL-Cholesterinspiegel anheben. Von den derzeitig zugelassenen Medikamenten hat Nicotinsäure/Niacin den stärksten HDL-anhebenden Effekt (bis + 35 %). Im Rahmen von Endpunktstudien konnte gezeigt werden, dass die medikamentöse Anhebung des HDL-Cholesterins mit einer Verringerung der kardiovaskulären Ereignisrate assoziiert ist.

  • Neue, noch stärker HDL-Cholesterin-anhebende Medikamente (insbesondere CETP-Inhibitoren) sind in Entwicklung.

Literatur

Prof. Dr. Klaus G. Parhofer

Klinikum der Universität München-Großhadern

Medizinische Klinik II
Marchioninistr. 15
81377 München

Email: Klaus.Parhofer@med.uni-muenchen.de