Fortschr Röntgenstr 2006; 178(11): 1065
DOI: 10.1055/s-2006-956534
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Lungenkrebs - CT-Screening erfasst kleine nodal-negative Tumore

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Publication Date:
07 November 2006 (online)

 

Die meisten Lungenkarzinome im Stadium I (N0) sind kurabel. Die Heilungschance sinkt mit zunehmender Tumorgröße. Bislang wird nur differenziert, ob der Tumor kleiner (IA) oder größer (IB) als 30 mm ist. Das Lungenkrebs-Screening mittels Computertomographie (CT) erfasst inzwischen auch kleinere Tumore unter 15 mm. Ob dies neue Möglichkeiten für die Früherkennung von latenten Karzinomen eröffnet, wurde nun in einer Studie geprüft (Arch Intern Med 2006; 166: 321-325).

Im Rahmen des International Early Lung Cancer Action Programs (I-ELCAP) untersuchten C. I. Henschke et al. die Beziehung zwischen Tumorstadium und Tumorgröße bei latenten Lungenkarzinomen, die im Rahmen eines CT-Screenings entdeckt worden waren. Weltweit hatten 28 689 asymptomatische Männer und Frauen an dem Screening teilgenommen. Dabei wurden 464 Bronchialkarzinome, 436 nichtkleinzellige (NSCLC) und 28 kleinzellige (SCLC), detektiert. Für jedes Karzinom wurden Tumordurchmesser (≤ 15 mm, 16-25 mm, 26-35 mm, ≥ 36 mm), Konsistenz (solide, teilweise solide, nicht solide) sowie Vorhandensein/Abwesenheit von Lymphknoten oder Fernmetastasen zum Diagnosezeitpunkt bestimmt.

NSCLC mit einem Durchmesser ≤ 15 mm waren zu 91% frei von Lymphknoten- oder Fernmetastasen. Mit zunehmender Tumorgröße ging die Chance auf ein N0M0-Stadium auf 83% (16-25 mm), 68% (26-35 mm) bzw. 55% (≥ 36 mm) zurück. Die Beziehung zwischen Lymphknotenstatus und Tumorgröße war nur für solide Tumore evident. Im Fall der 28 SCLC, die sich alle als solide Knoten präsentierten, befanden sich 67% (10/15) der Tumore ≤ 25 mm, aber nur 23% (3/13) der Tumore ≥ 25 mm in einem N0M0-Stadium.

Es besteht eine enge Beziehung zwischen Lymphknotenstatus und Tumordurchmesser bei NSCLC und SCLC, die im Rahmen eines CT-Screenings bei asymptomatischen Personen entdeckt werden und als solide Knoten erscheinen. Die Ergebnisse untermauern die prognostische Signifikanz der Tumorgröße als Indikator für Kurabilität, so die Autoren.