Fortschr Röntgenstr 2006; 178(11): 1161
DOI: 10.1055/s-2006-956536
Mitteilungen der DRG

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Orientierungshilfe für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen

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Publication Date:
07 November 2006 (online)

 

Die Anwendung ionisierender Strahlung und radioaktiver Stoffe in der medizinischen Diagnostik liefert den Hauptbeitrag zur zivilisatorischen Strahlenexposition der Bevölkerung in Deutschland. Eine wesentliche Ursache ist u.a. die Zunahme computertomographischer Untersuchungen. Um die Strahlenexposition auf das medizinisch notwendige Maß zu begrenzen, hat die Strahlenschutzkommission (SSK) auf Veranlassung "Orientierungshilfe für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen" für überweisende Ärzte veröffentlicht und damit zugleich eine in der EU-Direktive 97/43/EURATOM geforderte Maßnahme in Deutschland umgesetzt.

Unter Leitung des Ausschusses "Strahlenschutz in der Medizin" der SSK haben Experten aus Radiologie und Nuklearmedizin in Abstimmung mit der DRG und DGN Kapitel zu den einzelnen Organbereichen einschließlich der interventionellen Radiologie erarbeitet. Der abgestimmte Entwurf wurde anschließend den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) zur Kommentierung übersandt und anhand der eingegangenen Kommentare erneut überarbeitet. Im Expertenteam haben mitgearbeitet: Prof. Dr. Adam (Hamburg), Dr. Antes (Kempten), Prof. Dr. Bohndorf (Augsburg), Prof. Dr. Büll (Aachen), Prof. Dr. Hamm (Berlin), Prof. Dr. Heywang-Köbrunner (München), Dr. Horwitz (Krefeld), Prof. Dr. Kauczor (Heidelberg), Prof. Dr. Krug (Köln), PD Dr.Dr. Loose (Nürnberg), Prof. Dr. Reiners (Würzburg), Prof. Dr. Schicha (Köln), Prof. Dr. Schneider (München), Prof. Dr. Vogl (Frankfurt), Prof. Dr. Vorwerk (Ingolstadt).

Die Orientierungshilfe richtet sich vornehmlich an alle zuweisenden Ärzte, die Patienten mit bildgebenden Verfahren - beispielsweise Röntgenaufnahmen oder Computertomographie - untersuchen lassen wollen. Sie soll dem Arzt als tägliche Arbeitshilfe dienen, um das bestgeeignete diagnostische Verfahren zur Beantwortung einer medizinischen Fragestellung auszuwählen. Insbesondere jüngere Ärzte in der Weiterbildung sollen hierdurch angesprochen werden. Zu vielen Fragestellungen werden in der Orientierungshilfe diagnostische Verfahren ohne Einsatz ionisierender Strahlung wie Kernspintomographie oder Ultraschall vorgeschlagen. Bei konsequenter Einhaltung der Empfehlungen ist deshalb mit einer Senkung der durchschnittlichen medizinischen Strahlenexposition durch diagnostische Verfahren zu rechnen.

Um der schnellen medizinischen und technischen Entwicklung Rechnung zu tragen, ist es vorgesehen, diese Orientierungshilfe regelmäßig in Intervallen von 2-3 Jahren zu aktualisieren. Hierzu sind Kommentare und Vorschläge stets willkommen.

Die Orientierungshilfe ist als kleines Taschenbuch in der Schriftenreihe "Berichte der Strahlenschutzkommission" (SSK) des BMU, Heft 51 (2006) im Fachverlag H. Hoffmann GmbH, Berlin erschienen (ISBN 3-87344-130-6, 116 Seiten, 10 €). Weiterhin kann sie auf den Internetseiten des Bundesumweltministeriums (www.bmu.de) und der SSK (www.ssk.de) als PDF-Datei heruntergeladen werden. Auf der Internetseite der SSK steht zusätzlich eine interaktive Version zur Verfügung, bei der mit wenigen Mausklicks die jeweilige medizinische Fragestellung erreicht wird. Zusätzlich wird eine CD-ROM erstellt, auf der die PDF-Version, die interaktive Version zur Offline-Anwendung in Krankenhaus- oder Praxis-Informationssystemen sowie eine PDA-Version abgerufen werden können. Auf der Homepage der Deutschen Röntgengesellschaft finden Sie unter www.drg.de ebenfalls einen Link zur Online-Version der Orientierungshilfe.

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