Summary
Of the 2877 patients who underwent chest surgery at our department during the 20-year
period between 1973 and 1992, 9 (0.3 %) developed postoperative chylothorax. The underlying
disease included primary lung cancer in 5 patients, pulmonary metastasis in 1, invasive
thymoma in 2, and neuroblastoma of the posterior mediastinum in 1. For the treatment
of chylothorax, the thoracic duct was ligated in 2 patients with a high volume of
chylous leakage. In 6 patients treated conservatively, early pleurodesis was attained
by injecting 1 to 5 doses (mean: 2.2 doses) of the streptoccal preparation OK-432
intrathoracically; favorable results were achieved. In 1 patient, the diagnosis of
chylothorax was delayed because of postoperative pyothorax. This patient developed
nutritional deficiency, compromised immunity, and disseminated intravascular coagulation
(DIC), which led to death before the chylothorax could be treated. In principle, postoperative
chylothorax should be treated conservatively. Favorable results can be expected with
the intrathoracic injection of OK-432 beginning at the early postoperative period
to achieve pleurodesis, combined with the prevention of nutritional deflciency, electrolyte
imbalance, and infection.
Zusammenfassung
In der Zeit von 1973 bis 1992 wurden in unserer Abteilung 2877 Patieten thoraxchirurgisch
operiert. Bei 9 von ihnen trat ein postoperativer Chylothorax auf (0,3 %). Die zur
Operation führende Erkrankung war bei 5 Patienten ein primäres Bronchialkarzinom,
einmal eine Lungenmetastase, ein invasives Thymom in zwei Fällen und einmal ein Neuroblastom
des hinteren Mediastinums. Bei der Behandlung des postoperativen Chylothorax mußte
aufgrund massiver Chylusverluste bei zwei Patienten eine Ligatur des Ductus thoracicus
vorgenommen werden. 6 Patienten konnten dagegen konservativ behandelt werden. Bei
ihnen wurde eine frühe Pleurodese durch intrathorakale Injektion von OK-432 eingeleitet.
Bei dieser Substanz handelt es sich um ein Medikament, daß durch die Inkubation von
Penicillin G mit niedrig virulenter Typ III Vaccine des Gruppe A Streptokokkus pyogenis
menschlichen Ursprungs entsteht. Die Injektion wurde 1- bis 5mal vorgenommen, im Mittel
2,2mal pro Patient und zeigte ausgezeichnete Ergebnisse. Bei einem Patient wurde die
Diagnostik durch ein postoperatives Empyem verzögert. Aufgrund einer dissemierten
intravasalen Koagulopathie, einer geschwächten Immunabwehr und eines ausgeprägten
Ernährungsdefizits verstarb dieser Patient, bevor es zu einer Therapie des Chylothorax
gekommen war.
Prinzipiell sollte ein postoperativer Chylothorax konservativ behandelt werden. Durch
die intrathorakale Injektion von OK-432 sind dabei ausgezeichnete Ergebnisse zu erzielen.
Um eine gute Pleurodese zu gewährleisten, sollte die Behandlung so fürh wie möglich
postoperativ beginnen, gleichzeitig muß bei der Therapie eine Vermeidung von Ernährungsdefiziten
und Elektrolytentgleisungen sowie eine ausreichende Infektionsprophylaxe im Vordergrund
stehen.
Key words
Chylothorax - Chest surgery - Pleurodesis - OK-432