Zusammenfassung
Die Therapie der Dranginkontinenz, insbesondere der kombinierten Streß-Urgeinkontinenz,
wird in der Literatur sehr unterschiedlich angegeben. In einem Kollektiv von 624 inkontinenten
Patientinnen, die in einer gynäkologischen Praxis urodynamisch untersucht wurden,
fanden sich 183 (29%) stress-urgeinkontinente und 41 (7%) rein dranginkontinente Frauen.
In einer retrospektiven Studie werden die urodynamischen Parameter, die Therapieformen
sowie die Heilungsverläufe dargestellt. Die in der Urologie oft beschriebene sekundäre
Dranginkontinenz fand sich nur bei 8% der Patientinnen, in 92% der Fälle lag die idiopathische
Form vor. Bei der kombinierten Streß-Urge-Inkontinenz richtet sich die Therapie nach
der klinisch dominierenden Inkontinenzkomponente: in Fällen mit leichter Drang- und
vorwiegender Streßinkontinenz kann primär operiert werden. Im umgekehrten Fall soll
primär wie bei einer reinen Dranginkontinenz behandelt werden. Im Mittelpunkt der
Therapie steht das Blasentraining, das medikamentös und durch Beckenbodengymnastik
unterstützt werden kann. Hierbei wurde eine Gesamtheilungsrate von 87% erzielt (n
= 81). die Rezidivfreiheitsrate nach einem Jahr betrug 73% nach zwei Jähren nur noch
53%. jedoch läßt sich die Therapie jederzeit wiederholen.
Abstract
The therapy of urge and mixed-urge stress incontinence is controversially discussed
in literature. In 624 females undergoing urodynamic investigations in a gynaecological
practice we found 183 (29%) with a mixed stress-urge incontinence and 41 (7%) with
only urge incontinence. In a retrospective study urodynamic findings, way of therapy,
and follow-ups are demonstrated. Only 8% had urological reasons for urge incontinence
while 92% had the idiopathic form. In mixed stress-urge incontinence, the way of therapy
is due to the dominant form of innence should be treated like the latter, and vice
versa. The most important part of therapy is still the bladder drill supported by
drugs and physiotherapy. By these means we found a success rate of 83%, declining
to 73% after one year, and only 53% after five years of follow-up. But therapy might
be repeated any time.