Zusammenfassung:
Grundproblematik und Fragestellung: Die Sinusitis ist bei HIV-positiven Patienten eine häufige und typische Erkrankung.
Deshalb wurde in dieser Arbeit nach Charakteristika radiologischer Befunde einer Sinusitis
bei HIV-Infektion gesucht.
Patienten und Methodik: Bei 71 HIV-positiven Patienten wurden retrospektiv die durchgeführten computertomographischen
(CT) und kerspintomographischen (MRT) Untersuchungen auf das Vorliegen einer Sinusitis
analysiert.
Ergebnisse: Bei 49 der untersuchten 71 HIV-positiven Patienten wurde mittels konventionellem
Röntgen (38), CT (13) und MRT (20) eine Sinusitis diagnostiziert. Patienten mit Sinusitis
wiesen im Gegensatz zu Patienten ohne Sinusitis einen signifikanten Zusammenhang zwischen
dem Fortschreiten der HIV-Infektion, gemessen an der Abnahme der CD4-Zahl und einer
wachsenden Anzahl an Symptomen auf (r = -0,297; p < 0,05). Letzteres korrelierte signifikant
mit der Anzahl der gleichzeitig betroffenen Sinus (r = 0,336; p < 0,05). Die radiologischen
Befunde korrelierten mit der CD4-Zahl um so besser, wenn Schnittbildverfahren eingesetzt
wurden: Für die Anzahl gleichzeitig betroffener Sinus stieg der Korrelationskoeffizient
von r = -0,305 auf r = -0,459, und für den Gesamtschweregrad von r = -0,324 auf r = -0,484
(p < 0,05). Ein Vergleich der Befallsmuster der Sinus bei den HIV-positiven Patienten
mit denen bei HIV-negativen Patienten ergab eine deutliche Verschiebung zu schwereren
Sinusveränderungen.
Folgerungen: Die Schwere der Sinusitis steht bei HIV-positiven Patienten in einem direkten Zusammenhang
mit der Höhe der CD4-Zahl. In der radiologischen Diagnostik sollen bei diesen Patienten
Schnittbildverfahren bevorzugt eingesetzt werden.
Abstract:
Background and objective: Sinusitis is a frequent and typical disease in HIV-positive patients. It was the
aim of this study to examine retrospectively computed tomograms (CT) and magnetic
resonance images (MRI) of such patients for sinusitis.
Patients and methods: CT and MRI of the nasal sinuses were retrospectively analysed in 71 HIV-positive
patients.
Results: Sinusitis was diagnosed in 49 of the 71 patients by conventional radiology (38),
CT (13) and/or MRI. In patients with sinusitis, contrary to those without it, there
was a significant correlation between progression of the HIV infection, as measured
by reduction in CD4 count, and an increased number of symptoms (r = -0.297; p < 0.05).
The latter also correlated significantly with the frequency of concomitant sinusitis
(r = 0.336, p < 0.05). The radiological findings correlated more closely with the
CD4 count when tomography was used. The correlation coefficient for the number of
patients with concomitant sinus disease rose from r = -0.305 to r = -0.459 and for
the degree of severity from r = -0.324 to r = -0.484 (p < 0.05). Severity of sinus
disease was clearly more marked among HIV-positive than HIV-negative patients.
Conclusion: The severity of sinusitis in HIV-positive patients correlated directly with the level
of the CD4 count. In these patients tomographic methods are preferable to conventional
radiology.