Inf Orthod Kieferorthop 2007; 39(2): 103-110
DOI: 10.1055/s-2007-960723
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag

Gesundheitszustand unterer Frontzähne über 10 Jahre nach approximaler Schmelzreduktion[*]

Dental Health Assessed more than 10 Years after Interproximal Enamel ReductionB. U. Zachrisson1 , L. Nyøygaard2 , K. Mobarak3
  • 1Department of Orthodontics, University of Oslo, Oslo, Norway
  • 2Public Dental Health Service, Ostfold, Fredrikstad, Norway
  • 3Private practice, Oslo, Norway
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Publication Date:
21 June 2007 (online)

Zusammenfassung

Wir untersuchten, ob eine approximale Schmelzreduktion mit feinkörnigen Diamantscheiben unter Luftkühlung und nachfolgender Politur eine iatrogene Schädigung der Zähne oder eine Verringerung des interradikulären Abstandes zur Folge hat. Methode: Bei unseren Probanden handelte es sich um 61 Patienten, bei denen über 10 Jahre vor der Untersuchung an sämtlichen sechs unteren Frontzähnen eine mesiodistale Schmelzreduktion durchgeführt worden war. Zahnkaries, Sulkusblutung, Taschentiefen und Gingivarezessionen wurden mit Hilfe von Standardverfahren untersucht. An Gipsmodellen wurden Irregularitäten im Bereich der Schneidezähne und das Verhältnis zwischen Zahnwurzelbreite und -länge vermessen und die Patienten wurden zur Hypersensibilität von Zähnen befragt. Die Kontrollgruppe bestand aus 16 Studenten. Ergebnisse: Es wurden keine neuen kariösen Läsionen gefunden. Bei drei älteren Erwachsenen fanden sich geringe labiale Gingivarezessionen. Es gab keine Hinweise auf pathologische Prozesse im Bereich der Zahnwurzeln. Der Abstand zwischen den Zahnwurzeln war bei Patienten nach approximaler Schmelzreduktion statistisch signifikant größer, als bei nicht behandelten Personen; 59 der 61 Patienten konnten von keinerlei erhöhter Temperatursensibilität berichteten. Bei der Untersuchung belief sich der Wert für den Irregularitätsindex auf nur 0,67 (± 0,64). Schlussfolgerungen: Eine nach diesem Verfahren durchgeführte approximale Schmelzreduktion hatte keine iatrogenen Schädigungen zur Folge. Zahnkaries, gingivale Probleme oder Alveolarrandverlust traten nicht häufiger auf und die interradikulären Abstände zwischen den unteren Frontzähnen waren nicht kleiner geworden. Bei der Nachuntersuchung ergab sich ein niedriger Wert für den Irregularitätsindex.

Abstract

We investigated whether interdental enamel reduction using fine diamond disks with air cooling, followed by polishing, leads to iatrogenic damage or reduced interradicular distances. Methods: Our subjects were 61 consecutive patients who had received mesiodistal enamel reduction of all 6 mandibular anterior teeth more than 10 years previously. Dental caries, bleeding on probing, probing depths, and gingival recessions were assessed with standard techniques. Incisor irregularities and tooth width / thickness ratios were measured on models, and the patients were asked about any increased tooth sensitivity. The reference group comprised 16 students. Results: No new caries lesions were detected. Three mature adults had some minor labial gingival recessions. There was no evidence of root pathology. The distance between the roots of the mandibular incisors was statistically significantly greater in the patients who had received stripping compared to those who had not; 59 of 61 patients reported no increased sensitivity to temperature variations. The overall irregularity index at follow-up was only 0.67 (SD, 0.64). Conclusions: Interdental enamel reduction according to this protocol did not result in iatrogenic damage. Dental caries, gingival problems, or alveolar bone loss did not increase, and the distances between the roots of the teeth in the mandibular anterior region were not reduced. The overall incisor irregularity at the follow-up examination was small.

1 Der Artikel ist im Original erschienen im: Am J Orthod Dentofacial Orthop 2007 Feb; 131(2): 162-169.