Rofo 2007; 179(4): 424-425
DOI: 10.1055/s-2007-962885
Der interessante Fall

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Intravenöse Selbstapplikation von elementarem Quecksilber

S. M. Habernig1 , T. Kau1 , H. Rogatsch1 , K. Hausegger1
  • 1LKH Klagenfurt
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Publication History

eingereicht: 20.12.2006

angenommen: 15.1.2007

Publication Date:
07 March 2008 (online)

Einleitung

Fälle intravenöser Selbstapplikation von reinem Quecksilber (Hg) sind naturgemäß äußerst selten und genauso rar in der Literatur beschrieben. Fast durchwegs sind solche auf eine suizidale Absicht zurückzuführen oder/und mit einer psychiatrischen Krankengeschichte verbunden. Eine diagnoseweisende Eigenanamnese ist demnach häufig nicht zu erwarten.

Hypersalivation, entzündliche Veränderungen des Verdauungstraktes und Folgen einer Nephritis weisen eventuell auf eine Intoxikation hin. Elementares Hg wird als Zell- und Protoplasmagift in Leber, Milz, Nieren und Gehirn gespeichert und hauptsächlich über die Nieren, in geringerem Ausmaß über Darm und Speicheldrüsen ausgeschieden. Die Symptomatik der chronischen Vergiftung ist vielfältig. Stomatitis, Zahnausfall, Diarrhö, Albuminurie, Zeichen einer Enzephalopathie, Tremor mercuralis, Seh- und Hörstörungen, kognitiver und Persönlichkeitsabbau, Reizbarkeit (Erethismus mercuralis) sowie distale Polyneuropathien werden angegeben.

Dr. Sandra Maria Habernig

9020 Klagenfurt

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