Rofo 2007; 179(4): 406-411
DOI: 10.1055/s-2007-962919
Kinderradiologie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Radiologische Veränderungen bei nichtoperierter isolierter Sagittalnahtsynostose

Radiographic Changes in Non-Operated Isolated Sagittal Suture SynostosisM. Fischer1 , H. Collmann2 , K. Darge1
  • 1Abteilung für Pädiatrische Radiologie, Institut für Röntgendiagnostik, Klinikum der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • 2Abteilung für Pädiatrische Neurochirurgie, Neurochirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Bayerischen Julius-Maximillians-Universität Würzburg
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Publication History

eingereicht: 31.10.2006

angenommen: 22.12.2006

Publication Date:
22 March 2007 (online)

Zusammenfassung

Ziel: Die Darstellung des Spontanverlaufs der isolierten Sagittalnahtsynostose mithilfe von planen Röntgenaufnahmen des Schädels in einem größeren Kollektiv. Material und Methoden: Für die retrospektive Röntgenanalyse wurden insgesamt 155 Aufnahmen von 52 betroffenen Kindern im Alter von 2 Wochen bis 9 Jahren ausgewertet. Bei jedem Bildpaar (ap- und seitliche Aufnahme) wurden die Sutura sagittalis, coronalis und lambdoidea beurteilt. Die Nähte wurden nach ihrer Darstellbarkeit, Begrenzung und Aktivität hin untersucht (jeweils 3-gliedrige Skala). Mithilfe von sechs Messpunkten wurden acht Messstrecken, drei Winkel und der Breiten-Längen-Index bestimmt. Zur Darstellung des Verlaufs wurden die Messergebnisse mit Normwerten verglichen und aufgrund des Alters der Patienten bei der Untersuchung vier Altersgruppen zugeordnet. Weiterhin wurde der Zusammenhang zwischen der Nahtaktivität und ausgewählten Parametern untersucht. Ergebnisse: Die Sagittalnaht war bei mehr als der Hälfte der Aufnahmen im ersten Lebensjahr partiell bzw. kontinuierlich darstellbar. Bei den Messstrecken und Winkeln wurden die Ergebnisse aus der Literatur weitestgehend bestätigt. Im Verlauf entfernt sich der Breiten-Längen-Index geringfügig von der Norm wohingegen andere Parameter sich im Verlauf der Norm annähern. Schlussfolgerung: Bei Kindern unter 12 Monaten ist trotz des klinischen Bildes der Sagittalnahtsynostose in vielen Fällen die Naht radiologisch offen. Sichere Zeichen eines Übergreifens der Synostose auf andere Nähte wurden nicht gefunden. Im Verlauf wächst sich der Skaphozephalus nicht aus. Die Schädeldeformität verbessert sich jedoch in vielen Bereichen.

Abstract

Purpose: To characterize the spontaneous clinical course of isolated sagittal synostosis based on planar skull radiography. Materials and Methods: In this retrospective analysis we evaluated a total of 155 radiographs of 55 children 2 weeks to 9 years old. The sagittal, coronal and lambdoid sutures were evaluated on the basis of pairs of ap and lateral radiographs. The sutures were examined with respect to their boundary, activity, and conspicuity to be visualized (based on a 3-grade score system). Six selected points on the skull X-ray defined eight measured distances, three angles, and a width-length index. To document changes over time, the measurements were correlated to normal values. In addition, a correlation between suture activity and selected parameters was evaluated. Results: The sagittal suture could be continuously or partially depicted in more then half of all radiographs taken during the first year of life. The measured distances and angles were concordant with results from the literature. With increasing age, the width-length index deviated from standard values while other parameters approximated the norm. Conclusion: In the case of children younger than twelve months, the sagittal suture appears radiologically open in many cases despite clear-cut scaphocephaly. Definite signs of progressive plurisutural fusion were not found in this series. The dolichocephalic deformity remained unchanged while some signs of scaphocephalic appearance actually improved.

Literatur

Prof. Kassa Darge

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