Akt Traumatol 2007; 37(1): 1-2
DOI: 10.1055/s-2007-965280
Editorial

Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Editorial

EditorialK. Weise1
  • 1Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen
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Publication Date:
22 May 2007 (online)

Liebe Leserinnen und Leser,

ausgelöst durch die neue Musterweiterbildungsordnung mit der darin formulierten gemeinsamen Facharztkompetenz „Orthopädie und Unfallchirurgie“ und in Anlehnung an das Verhältnis dieser beiden Fachgebiete in den europäischen Nachbarländern haben sich die beiden Fachgesellschaften von Unfallchirurgie und Orthopädie in den letzten Jahren aufeinander zu bewegt. Dieser Umstand hatte naturgemäß Auswirkungen auf unsere Fachzeitschrift, die „Aktuelle Traumatologie“. In gleicher Weise gilt dies für die orthopädische Schwesterzeitschrift, die „Zeitschrift für Orthopädie und ihre Grenzgebiete“.

Aufgrund dieser veränderten Bedingungen für die beiden Fachgebiete hat der Georg Thieme Verlag mit den verantwortlichen Herausgebern der beiden Zeitschriften, Herrn Prof. F. U. Niethard (Aachen) für die „Zeitschrift für Orthopädie und ihre Grenzgebiete“ und dem Unterzeichnenden für die „Aktuelle Traumatologie“ das Gespräch gesucht, in welchem rasch klar wurde, dass die Zukunft in einer Vereinigung beider Journale bestehen muss, d. h. in der Schaffung einer kombinierten „Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie“.

Herr Niethard und ich werden für diese gemeinschaftlich als verantwortliche Herausgeber fungieren und alles dafür tun, dass die jeweils bestehenden Leserkreise sich im Kontext der vereinigten Zeitschrift wiederfinden. Die bisherigen Mitherausgeber und Beiräte werden weiterhin aktiv an der „Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie“ mitwirken, sowohl bei der Begutachtung von Originalarbeiten im Review-Verfahren, als auch bei der Gewinnung von Beiträgen aus allen Bereichen der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Damit ist dies die letzte unter dem Titel „Aktuelle Traumatologie“ erscheinende Ausgabe der 1971 von Cotta, Frowein und Weller begründeten Fachzeitschrift, welche über den gesamten Zeitraum ihres Erscheinens bis heute einen festen Platz im Konzert unfallchirurgischer Journale inne hatte. Von Beginn an als ein Publikationsorgan mit Ausrichtung auf den unfallchirurgisch orientierten Arzt in Klinik und Praxis gedacht, hat die „Aktuelle Traumatologie“ eine breite Leserschaft mit gleichermaßen fachspezifischen wie interdisziplinär ausgerichteten Themen gewinnen können. Den Gründungsherausgebern ging es zuvörderst nicht um die Veröffentlichung hochwissenschaftlicher oder ausgesuchter experimenteller Arbeiten, sondern vielmehr um die Vermittlung praktischen Wissens aus der Unfallchirurgie und den mit ihr fachlich verbundenen Nachbardisziplinen. Mit dieser Strategie konnte über 36 Jahre hinweg ein Stamm von Lesern und Abonnenten gewonnen werden, bei welchen die „Aktuelle Traumatologie“ zum festen Bestandteil für Wissenserwerb und Informationsgewinn gehörte. Neben einer Vielzahl treuer Leser besaß die Zeitschrift stets einen „Fundus“ aktiver Autoren, die ihre Kenntnisse und Erfahrungen zu verschiedensten Themenkreisen in Form von Original- und Übersichtsarbeiten, Kasuistiken und in eigenen Rubriken für spezielle Fragestellungen zu Papier brachten. Eine stattliche Zahl von Rubrikherausgebern betreute ihrerseits anhaltend aktuelle und dauerhaft zu bearbeitende Themen wie Hygiene und Infektiologie, Rechts- und Begutachtungsfragen, Sporttraumatologie, orthopädische Fragestellungen, die Weiter- und Fortbildung sowie vieles andere mehr.

Mein Vorgänger in der verantwortlichen Herausgeberschaft, Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Siegfried Weller hat die „Aktuelle Traumatologie“ über Jahrzehnte geprägt. Die durch ihn maßgeblich beeinflusste Gestaltung der einzelnen Hefte, seine unermüdliche Akquise von Manuskripten und sein enger Kontakt zu den Mit- und Rubrikherausgebern ebenso wie zu den Stammautoren waren ihm dauerhafte Verpflichtung, welche er mit großem Einsatz und der ihm eigenen Beharrlichkeit wahrnahm. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass die Zeitschrift trotz zunehmender Konkurrenz auf dem Markt bis heute ihren Platz behaupten konnte.

Eine Fachzeitschrift lebt mit ihrem Fach. Die „Aktuelle Traumatologie“ hat sich in ihrer inneren Organisation und in ihrer äußeren Form kontinuierlich entwickelt - und diese Entwicklung findet nun, wiederum ebenso auf inhaltlicher wie auf ästhetischer Ebene, ihre zeitgemäße Fortsetzung: Einerseits durch die Zusammenführung beider Themenfelder, andererseits durch die Einführung eines modernen, durchgehend vierfarbigen Layouts. Den Lesern der „Aktuellen Traumatologie“ vertraute Rubriken - Originalien, Übersichten, Kasuistiken, der bewährte OP-Kurs - werden selbstverständlich fortgeführt; dies gilt auch für bewährte Sektionen aus der „Zeitschrift für Orthopädie“ wie der CME-Refresher und der Nachrichtenteil „Orthopädie und Unfallchirurgie aktuell“: So ergänzen sich die beiden ursprünglichen Zeitschriften nicht nur fachlich, sondern auch konzeptionell aufs Beste. Erfreulich ist ferner, dass die vereinigte Zeitschrift in den wichtigsten internationalen Datenbanken gelistet sein wird.

Am Ende dieses Editorials bleibt mir der Dank an die Gründungsherausgeber, an die vielen Autoren, an die Rubrikverantwortlichen und an die Beiräte der „Aktuellen Traumatologie“, speziell auch an meinen Mitarbeiter Dr. Rether für die langjährige redaktionelle Arbeit. Schließlich sei auch dem Thieme Verlag mit all jenen gedankt, die uns bei der Arbeit für die „Aktuelle Traumatologie“ tatkräftig unterstützt haben - und uns bei der vereinigten Zeitschrift weiterhin unterstützen werden.

Herr Niethard und ich wünschen uns, dass die bisherigen Leser beider Fachzeitschriften ihr Interesse auf die „Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie“ übertragen und damit dem Journal, das beide Fachgebiete verbindet, zu entsprechender Reputation verhelfen.

Prof. Dr. med. K. Weise