Kardiologie up2date 2007; 3(1): 71-85
DOI: 10.1055/s-2007-966248
Aortenerkrankungen

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Interventionelle Versorgung des Aneurysmas der deszendierenden thorakalen Aorta

Hüseyin  Ince, Stephan  Kische, Tim  C.  Rehders, Christoph  A.  Nienaber
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Publication Date:
03 April 2007 (online)

Kernaussagen

Die Inzidenz des thorakalen Aortenaneurysmas (TAA) wird mit 6/100 000/Jahr angegeben.

Die gefürchtete Komplikation des thorakalen Aortenaneurysmas ist die Ruptur mit häufig letalem Ausgang. Neben der Aortenruptur trägt aber das ausgeprägte kardiovaskuläre Risiko in einem erheblichen Umfang zur hohen Mortalität bei.

Die wichtigsten bildgebenden diagnostischen Verfahren für ein thorakales Aortenaneurysma sind die transösophageale Echokardiographie, die kontrastmittelgestützte Computertomographie mit Angiogramm sowie die Magnetresonanztomographie (MRT) und MR-Angiographie (MRA).

Es bestehen folgende Indikationen für eine operative Versorgung eines thorakalen Aortenaneurysmas:

  • ein symptomatisches Aneurysma,

  • ein Aortendiameter über 60 mm,

  • eine Expansionsrate des Aneurysmas ≥ 10 mm/Jahr,

  • bei Patienten mit Marfan-Syndrom ein effektiver operativer Ersatz der Aorta ascendens bereits bei einer Ektasie von 45 mm.

Nicht zuletzt wegen der hohen Komplikationsrate des chirurgischen Eingriffs ist die perkutane endovaskuläre Stentgraftimplantation zur Versorgung eines thorakalen Aortenaneurysmas in den letzten Jahren als eine alternative Therapieform in das klinisch-wissenschaftliche Interesse gerückt.

Obwohl die initialen Ergebnisse der endovaskulären Strategie beim thorakalen Aortenaneurysma sehr erfolgversprechend sind, gibt es bis heute keine prospektiven randomisierten Daten, die ein elektives chirurgisches Vorgehen mit einem endovaskulären Eingriff vergleichen.

Literatur

Priv.-Doz. Dr. med. Hüseyin Ince

Abteilung für Kardiologie
Klinik für Innere Medizin
Universitätsklinik Rostock

Ernst-Heydemann-Str. 6
18057 Rostock

Email: hueseyin.ince@med.uni-rostock.de