Kardiologie up2date 2007; 3(2): 175-185
DOI: 10.1055/s-2007-966516
Kardiovaskuläre Notfälle

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Kardiovaskuläre Mitbeteiligung bei Polytrauma - Diagnostik und Management

Frank  A.  Flachskampf
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Publication Date:
06 July 2007 (online)

Einleitung

Traumatische Schäden des Herzens oder der großen thorakalen Gefäße kommen bei einer Vielzahl von Unfall- und Verletzungstypen vor. Pathophysiologisch zu unterscheiden sind:

das stumpfe Thoraxtrauma, vor allem im Rahmen von Verkehrsunfällen oder Stürzen, die penetrierende Verletzung des Thorax (Schuss- und Stichverletzungen, Polytrauma).

Die kardiovaskulären Verletzungsfolgen sind der körperlichen Untersuchung wegen der Abschirmung durch den knöchernen Thorax nur unzureichend zugänglich, sodass der nichtinvasiven kardiovaskulären Bildgebung - Echo, Computertomographie, Magnetresonanztomographie - vor allem beim stumpfen Thoraxtrauma eine entscheidende Bedeutung zukommt (Tab. [1]). Die Therapie ist in der Regel operativ, da die Verletzung zentraler Strukturen des Kreislaufs rasch zum massiven Blutverlust oder zur Perikardtamponade führt.

Tabelle 1 Charakteristika der wichtigsten bildgebenden Verfahren bei kardiovaskulärem Trauma Technik TTE TEE CT MRT dargestellte Thoraxstrukturen hauptsächlich Herz und proximale Aorta ascendens Herz und Aorta thoracica; blinder Fleck in der distalen Aorta ascendens alle alle Verfügbarkeit ubiquitär (insbesondere durch portable Echogeräte) ubiquitär (insbesondere durch portable Echogeräte) Transport im Krankenhaus erforderlich nicht überall verfügbar; Transport im Krankenhaus erforderlich Kontrastmittel nein nein ja in der Regel Untersuchungsdauer 5 - 10 min 5 - 10 min 5 - 10 min 10 - 30 min besondere Vorteile nicht belastend, bettseitig bettseitig kann mit Untersuchung von Kopf oder Abdomen verbunden werden kann mit Untersuchung von Kopf oder Abdomen verbunden werden Nachteile bei beatmetem Patienten häufig unzureichende Qualität, Aorta meist nur sehr begrenzt darstellbar; Aussage stark von Untersucherkompetenz abhängig Aussage stark von Untersucherkompetenz abhängig Kontrastmittel nephrotoxisch; bei arrhythmischer Herzaktion Bildqualitätseinbuße im Bereich des Herzens nicht zulässig bei Schrittmacherträgern; keine metallischen Gegenstände im Untersuchungsbereich; bei arrhythmischer Herzaktion Bildqualitätseinbuße im Bereich des Herzens TTE = transthorakale Echokardiographie, TEE = transösophageale Echokardiographie, CT = Computertomographie, MRT = Magnetresonanztomographie

Literatur

Prof. Dr. med. Frank A. Flachskampf

Medizinische Klinik 2 mit Poliklinik

Universitätsklinikum Erlangen

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