Kardiologie up2date 2007; 3(2): 107-110
DOI: 10.1055/s-2007-966634
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Septische Kardiomyopathie

Ursula  Müller-Werdan, Michael  Buerke, Arnd  Christoph, Anja  Herklotz, Axel  Schlitt, Konstantin  Heinroth, Hendrik  Schmidt, Gerold  Söffker, Karl  Werdan
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Publication Date:
06 July 2007 (online)

Septischer Schock: Kreislaufschock und kardiogener Schock

Meist gehen wir davon aus, dass der septische Schock „nur” ein Kreislaufschock ist, und zugegebenermaßen dominiert dieser vasoplegische Kreislaufschock das klinische Bild. Oft ist der septische Schock jedoch nicht nur ein „Kreislaufschock”, sondern auch ein „Herz-Schock”. Vor der Antibiotika-Ära führte die Sepsis zur purulenten Miterkrankung des Herzens - heute sind im Myokard der Patienten mit septischem Herzversagen nur unspezifische pathomorphologische und pathohistologische Veränderungen zu finden. Die Myokarddepression in der Sepsis war jahrzehntelang als Folge der Freisetzung kardiodepressiver Faktoren in die Zirkulation gesehen worden, wohingegen eine Herzfunktionseinschränkung bei Sepsispatienten erst in den frühen 1980er-Jahren von der Gruppe um Parrillo [1] durch Myokardszintigraphien nachgewiesen wurde.

In den letzten Jahren findet zunehmend das Konzept einer septischen Kardiomyopathie Akzeptanz, das die Veränderungen des Herzens auf Zellebene als Organopathie im Rahmen der Systemerkrankung „Sepsis” begreift, hervorgerufen durch eine Vielzahl auf das Herz einwirkender Substanzen wie Bakterientoxine, Zytokine, Hormone, Mediatoren und kardiodepressive Faktoren [2] [3] [4].

Literatur

Prof. Dr. U. Müller-Werdan

Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III
Universitätsklinikum der Martin-Luther-Unviersität Halle-Wittenberg

Ernst-Grube-Str. 40
06097 Halle (Saale)

Email: ursula.mueller-werdan@medizin.uni-halle.de