Kardiologie up2date 2007; 3(2): 123-137
DOI: 10.1055/s-2007-966639
Herzrhythmusstörungen

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Defibrillator-Therapie: eine fallorientierte Darstellung

Dirk  Böcker, Horst  Wedekind
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Publication Date:
06 July 2007 (online)

Einleitung

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten, wenn nicht sogar die häufigste Todesursache in westlichen Ländern. Seit vielen Jahren stehen daher die Erkennung gefährdeter Patienten und die Verhinderung des plötzlichen Herztodes immer wieder im Mittelpunkt. Da die medikamentöse Prophylaxe des plötzlichen Herztodes häufig unbefriedigend ist, kommt der ICD-Therapie bei der Behandlung von Hochrisiko-Patienten eine steigende Bedeutung zu.

Das Konzept der ICD-Therapie wurde wesentlich vorangetrieben durch Mirowski und Mitarbeiter, die nach erfolgreichen Tierexperimenten in den 1970er-Jahren im Jahre 1980 den ersten ICD bei einem Patienten langfristig implantierten. In Deutschland wurde die erste Implantation im Jahre 1984 durch die Arbeitsgruppe von Breithardt in Düsseldorf durchgeführt, dicht gefolgt von Implantationen in Hannover und München.

Bedingt durch technische Innovationen wie biphasische Schocks, antitachykarde Stimulation und eine zunehmende Miniaturisierung werden seit Beginn der 1990er-Jahre immer mehr ICDs implantiert (Abb. [1]) - derzeit sind dies in Deutschland etwa 20 000 Implantationen pro Jahr.

Abb. 1 Implantierter ICD mit einer endokardialen Elektrode (links) bzw. mit einer zusätzlichen linksventrikulären Elektrode (rechts).

Die rasanten technischen Entwicklungen (Tab. [1]) wurden begleitet von eindrucksvollen Ergebnissen der ICD-Therapie, zunächst in Beobachtungsstudien, später auch in kontrollierten randomisierten Studien. Sowohl für die Sekundärprävention als auch für die Primärprävention des plötzlichen Herztodes war der Effekt der Defibrillator-Implantationen sehr bedeutsam, während die medikamentöse antiarrhythmische Therapie die in sie gesetzten Erwartungen enttäuschte.

Tabelle 1 Funktionen eines ICD Basisfunktionen Optionale Funktionen Defibrillation (ventrikulär)Kardioversion (ventrikulär)antitachykardes Pacing (ventrikulär)antibradykardes Pacing (VVIR)mehrere Detektionszonenzusätzliche Detektionskriterien zur Vermeidung inadäquater SchocksEGM-Speicher für therapierte Episoden hohe Maximalenergieverlängerte Laufzeitatriale Stimulation (DDD/R), zusätzliche 2-Kammer-DetektionsalgorithmenVorhoftherapien (einschl. präventiver SM-Algorithmen)Pacing zur Prävention ventrikulärer Arrhythmienbi-(links-)ventrikuläre Stimulationdiagnostische Informationen (z. B. OptiVol)Datenfernübertragung

Literatur

Prof. Dr. Dirk Böcker

St. Marien-Hospital Hamm

Knappenstr. 19
59071 Hamm

Email: Dirk.Boecker@Marienhospital-Hamm.de