Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2007; 2(3): 225-242
DOI: 10.1055/s-2007-966746
Pädiatrische Orthopädie und Unfallchirurgie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Morbus Perthes

S.  Senst1
  • 1Abt. für Kinderorthopädie, Marienstift Arnstadt, Arnstadt
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Publication Date:
09 May 2008 (online)

Der Morbus Perthes stellt die zweithäufigste Diagnose nach der Hüftdysplasie bei kindlichen Hüftleiden dar. Die Ätiologie ist bis heute unklar. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Durchblutungsstörung unbekannter Genese im Bereich der proximalen Femurepiphyse. Der Morbus Perthes stellt die bedeutendste Osteochondrose im Kindesalter dar. Der Verlauf und die Prognose sind vom Ausgangsbefund, vom Alter und von der Therapie abhängig. Der Beginn der Erkrankung wird am häufigsten zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr festgestellt. Der Krankheitsprozess erstreckt sich meist über mehrere Jahre und kann in einer Restitutio ad integrum oder aber in einer schweren Deformierung des Hüftkopfes enden. Hinsichtlich der Therapie bestehen sehr kontroverse Ansichten. Ziel ist ein optimales Containment von Hüftkopf und Hüftpfanne, um langfristig eine möglichst sphärische Hüftkopfform zu erhalten. In den Frühstadien stehen Schonung und Entlastung im Vordergrund. Der Stellenwert von Orthesen dürfte im deutschsprachigen Raum eindeutig rückläufig sein, während operative Schritte im Sinne einer Varisation oder Pfannendachplastik in den fortgeschrittenen Stadien weiterhin zu den Erfolg versprechenden Therapien gehören.

Literatur

Dr. med. S. Senst

Abt. Kinderorthopädie
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