OP-JOURNAL 2001; 17(3): 246-251
DOI: 10.1055/s-2007-977560
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Fingerfrakturen

Peter Laier, Philipp Morakis, Ulrich Pfister
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
12. April 2007 (online)

Zusammenfassung

Frakturen der Finger gehören zu den häufigsten Brüchen des Menschen. Oft bagatellisiert, haben sie dennoch nicht selten erhebliche Beeinträchtigungen der Gebrauchsfähigkeit der gesamten Hand zur Folge. Die überwiegende Anzahl der Frakturen sind primär oder nach geschlossener Reposition stabil und können nichtoperativ behandelt werden. Eine Ruhigstellung der Mittel- und Endgelenke in Streckung, der Grundgelenke in Beugung für nicht länger als 4 Wochen oder eine frühfunktionelle Bewegungstherapie sind ausreichend.

Instabile, offene oder gelenkbetreffende Frakturen stellen Indikationen zur operativen Therapie dar. Wesentlich für das Behandlungsresultat ist das Ausmaß der Schädigung der Bänder, Sehnen und Gleitschichten. Dem Unfallschaden sollte deshalb nur ein möglichst geringer operationsbedingter Schaden hinzugefügt werden. An Implantaten werden kleindimensionierte Platten und Schrauben aus Titan sowie Kirschner-Drähte verwendet. Der Einsatz des Fixateur externe beschränkt sich auf Frakturen mit höhergradigem Weichteilschaden.

Frakturen mit Gelenkbeteiligung, insbesondere am Mittelgelenk, haben häufig schlechtere funktionelle Ergebnisse zur Folge als Schaftfrakturen und erfordern spezielle Verfahren.

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