Z Gastroenterol 2007; 45 - K78
DOI: 10.1055/s-2007-988637

GIST Resektion nach endoskopischer transmuraler Nahtapplikation

D von Renteln 1, A Schmidt 1, K Caca 1
  • 1Medizinische Klinik I, Klinikum Ludwigsburg, Ludwigsburg, Germany

Einführung: Die meisten der bisher evaluierten endoskopischen Antirefluxtechniken sind aufgrund mangelnder Wirksamkeit oder schwerwiegender Nebenwirkungen inzwischen aufgegeben worden. Da es bei endoluminalen Nahtverfahren häufig zu Nahtverlusten kommt, wurde das transmurale Nahtsystem PlicatorTM entwickelt. Mittels des Plicators kann in ca. 10–20min. eine dauerhafte transmurale Naht appliziert werden.

Material und Methoden: Bei der 61-jährigen Patientin wurde ein submuköser Tumor im Magenkorpus gastroskopisch diagnostiziert. Die endosonographische Darstellung zeigte einen ca. 2,2×1,4cm großen, scharf vom umliegenden Gewebe begrenzten Prozess. Um eine Perforation bei der endoskopischen Resektion zu vermeiden wurden zwei transmurale Plicatornähte unterhalb des Tumors appliziert. Zusätzlich wurde der Tumor durch die Nähte angehoben und somit eine vollständige Schlingenektomie möglich. Die korrekte Nahtanlage unterhalb des Tumors wurde endosonographisch vor Tumorresektion kontrolliert. Eine postinterventionelle Blutung wurde durch Unterspritzung und Applikation von 5Hämoclips gestillt.

Ergebnisse: Eine endosonographische Kontrolle ließ eine vollständige Tumoresektion annehmen. Die histologische Untersuchung bestätigte die vollständige Resektion eines GIST. Es wurden keine Nebenwirkungen während oder nach der Plicatorintervention beobachtet. Der weitere klinische Verlauf der Patientin gestaltete sich komplikationsfrei. Zwei Tage nach Intervention konnte die Patientin entlassen werden.

Schlussfolgerung: Endoskopische Tumorrsektionen erlauben eine minimal invasive Entfernung neoplastischen Gewebes im GI-Trakt. Mittlerweile stellen endoskopische Verfahren eine etablierte Alternative zur chirurgischen Resektion dar. Typische Komplikation sind Blutungen oder Perforationen. Perforationen treten je nach eingesetzter EMR Technik, Größe und Lokalistaion der Neoplasie in 0,3–1,2% der Fälle auf. Kleine Perforationen können meist mit Endoclips verschlossen werden. Bei größeren Perforationen war bisher meist eine chirurgische Intervention notwendig. Hier könnte sich der Plicator als wirksame endoskopische Alternative erweisen um Perforationen mittels transmuraler Nähte postinterventionell zu verschließen oder durch präinterventionelle Apllikation zu vermeiden.