Sportverletz Sportschaden 1992; 6(3): 91-100
DOI: 10.1055/s-2007-993532
Originalia

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Traumatologie und Sportschaden im Basketballsport

Epidemiology of Basketball-related Sports Injuries and DamagesJ. P. Pfeifer, W. Gast, W. Pförringer
  • Staatliche Orthopädische Klinik München
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Publication Date:
12 January 2008 (online)

Zusammenfassung:

Die Analyse umfaßt die Angaben über Sportverletzungen und Sportschäden von 473 aktiven Basketballspielern in einem fünfjährigen Zeitraum an über 100 süddeutschen Vereinen. Das Durchschnittsalter lag bei 26,8 Jahren, 34,5 % Frauen. 658 ärztlich behandelte Basketballverletzungen wurden detailliert beschrieben. Es zeigte sich, daß “Distorsionen” mit 40,7 % die häufigste Verletzungsform darstellten, gefolgt von Bandrupturen in 24,6 % und Frakturen in 9,3 % der Fälle. Die untere Extremität war mit 65,3 % häufigster Verletzungsort, hier war vor allem das obere Sprunggelenk betroffen (45,6 %). Weitere 14 % waren Fingerverletzungen und 12,9 % Läsionen des Kniegelenks. 3600mal “verstauchten” sich die Spieler außerdem den Fuß oder prellten sich die Finger, ohne jedoch einen Arzt aufzusuchen. Ursache für die Entstehung von Basketballverletzungen sind neben Wechselwirkungen mit dem Gegenspieler (41 %) auch der Aufprall des mit 650 Gramm relativ schweren Balles (11,9 %). 18-27jährige verletzten sich deutlich häufiger als ihre älteren Mitspieler, ebenso waren Centerspieler öfter verletzt als Aufbau- und Außenspieler. Mehr als ⅔ der Basketballspieler klagen über dauernde Beschwerden des Bewegungsapparates, die sie auf die Ausübung dieses Sportes zurückführen. 43,8 %, bevorzugt jüngere Spieler, leiden unter anhaltenden Knieschmerzen und 28,1 %, vorrangig ältere Spieler, berichten über Schmerzen im Sprunggelenk, verursacht durch wiederholte, wenn auch “leichte”, Supinationstraumata.

Abstract

This analysis outlines the facts concerning sports injuries and damages of 473 active basketball players covering a 5-year period in more than 100 clubs in southern Germany. The average age was 26.8 years and 34.5 % were women. 658 medicallly treated basketball injuries were described in detail. With 40.7 % distortions were the most frequent injuries followed by ruptures of ligaments in 24.6 % and fractures in 9.3 %. In the majority of cases the lower extremities were involved (65.3 %), of which most commonly the ankle joint was injured (45.6 %). Another 14 % were lesions to the fingers and 12.9 % trauma to the knee. In 3600 reported cases players did not consult a physician after inflicting distortions to a ankle or a finger. Aside from interaction with adversaries (41 %) also the relatively heavy ball (650”g) caused 11.9 % accidents. Survey shows, that younger players and “center”-players were most often subject to injuries. More than ⅔ of actives in question suffer from permanent pain due to basketball activities. 43.8 %, mainly younger players, report continues pain in the knee and 28.1 %, predominantly older players, suffer from permanent damage of the ankle joint, caused by repeatetly occurring, however light, distortions of the ankle.

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