Gastroenterologie up2date 2007; 3(4): 293-319
DOI: 10.1055/s-2007-995362
Ösophagus/Magen/Duodenum

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Chirurgische und internistische Diagnostik und Therapie des Ösophaguskarzinoms

Florian  Lordick, Arnulf  H.  Hölscher
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Publication Date:
14 January 2008 (online)

Kernaussagen

Ätiologie und Epidemiologie

  • Die Hauptrisikofaktoren für Plattenepithelkarzinome des Ösophagus sind Alkohol und Rauchen. Adenokarzinome entwickeln sich fast ausschließlich in einer Zylinderepithelmetaplasie der distalen Speiseröhre, meist als Folge einer chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit.

  • Das Barrett-Karzinom ist zurzeit der Tumor mit der höchsten Zuwachsrate aller Malignome, die Inzidenz des Plattenepithelkarzinoms ist gleichbleibend.

Klinik und Diagnostik

  • Eine eindeutige Dysphagie - Leitsymptom des Ösophaguskarzinoms - tritt meist erst in einem fortgeschrittenen Tumorstadium auf.

  • Der Ausschluss/Nachweis von Fernmetastasen mittels CT von Hals/Thorax und Abdomen ist für die Therapieentscheidung eine der wichtigsten Staginguntersuchung.

  • Die genaueste Untersuchung für die Vorhersage der T-Klassifikation ist die Endosonografie, während die Unterscheidung von Mukosa- und Submukosainfiltration am ehesten endoskopisch gelingt.

Therapie

  • Bei Mukosakarzinomen umschriebenen Ausmaßes von < 2 cm und Ausschluss von Multifokalität ist bei Erfüllung aller erforderlichen Kriterien die endoskopische Mukosektomie indiziert.

  • Funktionell operable Patienten mit Submukosa- oder T2-Karzinom ohne Fernmetastasen werden primär einer radikalen Ösophagektomie zugeführt, wobei in den meisten Fällen die subtotale En-bloc-Ösophagektomie mit 2-Feld-Lymphadenektomie und hoch intrathorakaler Ösophagogastrostomie das Verfahren der Wahl ist.

  • Bei funktionell operablen Patienten mit T3- und resektablen T4-Karzinomen wird zur Verbesserung der Ausgangssituation für eine R0-Resektion die neoadjuvante Chemo- (Adenokarzinome) oder Radiochemotherapie (Plattenepithelkarzinome) vorangestellt.

  • Funktionell inoperable Patienten sollten einer definitiven Radiochemotherapie zugeführt werden. Bei metastasierter Erkrankung sollte eine Cisplatin-basierte Kombinationschemotherapie erfolgen.

Literatur

Prof. Dr. Arnulf H. Hölscher

Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln

Kerpener Straße 62

50937 Köln

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