Radiologie up2date 2008; 8(1): 35-52
DOI: 10.1055/s-2007-995496
Interventionelle Radiologie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostik und Therapie der arteriellen Verschlusserkrankung der Becken- und Beingefäße

(Teil II: Therapie)Diagnostic and therapy of the peripheral arterial occlusive disease of the pelvic and leg arteries (Part II: therapy)W.  Gross-Fengels, E.  S.  Debus, H.  Diener
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
07. März 2008 (online)

Zusammenfassung

Die Prognose von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusserkrankung ist eingeschränkt und abhängig vom Stadium der Erkrankung. Interventionelle Verfahren haben durch bessere Katheter- und Stent-Materialien weiter an Bedeutung gewonnen. In Abhängigkeit von der Verschlusslokalisation steht aber auch ein breites Spektrum an etablierten operativen Therapieverfahren zur Verfügung. Aufgrund der geringeren Invasivität wird man zunächst den Einsatz endovaskulärer Verfahren bevorzugen, soweit diese technisch durchführbar sind und zu vertretbaren Ergebnissen führen. Ein stringentes interdisziplinäres Management ist insbesondere bei höheren AVK-Stadien zum Erhalt der Extremität unabdingbar.

Abstract

Prognosis of patients suffering from peripheral arterial occlusive diseases is reduced and depends on the stage of the disease. Interventional procedures have gained an increasing role, due to better materials that are now available. Depending on the localisation of the occlusion there is also a wide range of established surgical methods available. Endovascular procedures are less invasive and considered first, if they are technically feasable and usually lead to acceptable results. A strict interdisciplinary approach is absolutely necessary, especially in patients with an advanced disease to ensure the preservation of the extremity.

Kernaussagen

  • Die Indikation zur Durchführung einer invasiven Therapie der AVK muss stadiengerecht erfolgen und sollte aufgrund der differenzierten Behandlungsoptionen grundsätzlich interdisziplinär abgestimmt werden. Hierfür haben sich interdisziplinäre Gefäßzentren besonders bewährt.

  • Interventionelle Verfahren bieten sich bei kurzstreckigen Veränderungen ohne Einbeziehung der chirurgisch leicht zugänglichen Femoralisgabel an. Im Beckenbereich stellen Interventionen das Verfahren der 1. Wahl dar.

  • Bei höheren AVK-Stadien sowie langstreckigen oder weit distal gelegenen Veränderungen kommen femoropopliteal und krural eher operative Verfahren zum Einsatz, dabei haben venöse Bypässe deutlich bessere Offenheitsraten als synthetische Prothesen. Kommen femorokrural interventionelle Verfahren zur Anwendung, so muss die Möglichkeit einer Bypassanlage erhalten bleiben.

  • Stents stellen heute in der Beckenstrombahn, aber auch in ausgesuchten Fällen femoropopliteal ein unverzichtbares Hilfsmittel dar. Hybridverfahren erlauben die Kombination von interventionellen und klassischen operativen Techniken.

Literatur

Prof. Dr. med. Walter Gross-Fengels

Asklepios Klinik Hamburg-Harburg

GefäßCentrum Hamburg (GCH)

Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

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21075 Hamburg

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