Abstract
In the aetiology and pathogenesis of obsessivecompulsive disorders (OCD) multiple
factors play a role. Among biographic, genetic and behavioral factors, biological
mechanisms seem to be of relevance. Some authors have proposed a neuroethological
model. This model implies a disconnection in neural circuits, linking prefrontal cortex,
basal ganglia and thalamus. This review article addressed the question as to whether
brain imaging studies support this theory. Conclusions drawn from these studies must
be viewed cautiously because findings are not consistent and because of methodological
limitations. The validity of a neuroethological model in OCD seems questionable.
Zusammenfassung
Bei Entstehung von Zwangsstörungen sind neben biographischen, erblichen und lerntheoretischen
Faktoren möglicherweise auch biologische Mechanismen von Bedeutung. Mehrere Autoren
haben in diesem Zusammenhang ein neuroethologisches Modell vorgeschlagen. Sie gehen
von einer Dyskonnektion in einem Schleifensystem aus, welches präfrontalen Kortex,
Basalganglien und Thalamus verbindet. Anliegen dieses Übersichtsreferates ist, der
Frage nachzugehen, ob sich vor dem Hintergrund der mittlerweile recht umfangreichen
neuroradiologischen Literatur bei Zwangsstörungen übereinstimmende Hinweise auf Veränderungen
der Hirnfunktion und Hirnmorphologie bei dieser Störung finden, und ob diese Befunde
die Theorie des neuroethologischen Modells stützen. Zusammenfassend kann festgestellt
werden, daß.die mitgeteilten Befunde sehr heterogen und z. T widersprüchlich sind.
Die Studien wurden häufig unter unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt und zeichnen
sich überwiegend durch methodische Mängel aus. Zusammenfassend betrachtet sind die
Studien nicht geeignet, die Theorie eines neuroethologischen Modells der Zwangsstörungen
zu unterstützen.