TumorDiagnostik & Therapie 2009; 30(1): 36-39
DOI: 10.1055/s-2008-1027982
Kasuistik

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Hypersensitivitätsreaktion auf Oxaliplatin – Wiederauftreten unter Misteltherapie ?

Hypersensitivity Reaction to Oxaliplatinum – Recurrence During Mistletoe Therapy?J. Hübner1 , F. Phieler2
  • 1Habichtswald-Klinik, Kassel
  • 2Praxis f. Pneumologie und Allergologie, Kassel
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Publication Date:
12 February 2009 (online)

Zusammenfassung

Die Hypersensitivitätsreaktion auf Oxaliplatin ist eine seltene, aber ernst zu nehmende Nebenwirkung. Sie umfasst Symptome wie Gesichtsrötung, Erythem, Juckreiz, Fieber, Tachykardie, Dyspnoe, Schwellungen der Zunge, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwäche, Übelkeit, Schwindel und Ödembildung. In der Literatur finden sich einzelne Fallberichte und kleine Fallserien, aus denen hervorgeht, das auch jedes der genannten Symptome einzeln auftreten können. Als Behandlung bzw. zur weiteren Prävention werden eine Verlangsamung der Infusionsrate, der Einsatz von Steroiden und Antagonisten für den Histamin-1- und -2-Rezeptor angegeben. Die Misteltherapie wird von vielen Patienten parallel zu einer Chemotherapie eingesetzt. Oftmals ist der behandelnde Onkologe darüber nicht informiert. Sie wird durch den Hausarzt, häufig aber weitere hinzugezogene Ärzte oder Heilpraktiker initiiert und geleitet. Unter der Misteltherapie kommt es zu einer Aktivierung von Immunzellen, auch anaphylaktische Reaktionen sind beschrieben worden. Dies ist unseres Wissens die erste Beschreibung eines Falles, bei dem unter einer höher dosierten Misteltherapie eine vorbestehende und behandelte Hypersensitivitätsreaktion auf Oxaliplatin verstärkt wurde.

Abstract

Hypersensitivity to oxaliplatin is a rare but serious side effect. It includes symptoms such as flushing, erythema, itching, fever, tachycardia, dyspnea, swelling of the tongue, headache, chills, weakness, nausea, dizziness and oedema. In literature there are individual case reports and small case series, which shows that every one of these symptoms can occur. Treatment and prevention consists of slowing infusion rate, steroids and antagonists to histamine 1 and 2 receptor. Many patients receiving chemotherapy make parallel use of mistletoe. Often, the oncologist is not aware of the complementary therapy, which is initiated and managed by the practitioner, but often also by other doctors or medical practitioners. Mistletoe leads to activation of immune cells, anaphylactic reactions have been described. To our knowledge this is the first description of a case in which a pretreated hypersenstitivity to oxaliplatin was reinforced under mistletoe.

Literatur

Dr. med. Jutta Hübner

Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie, Chefärztin der Onkologischen Abteilung der Habichtswald-Klinik in Kassel

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Kassel

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