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DOI: 10.1055/s-2008-1060258
Ereigniskorrelierte Potentiale bei aphasischen Patienten: Eine N400-Studie
Event-related potentials in aphasic patients: an N400 studyPublication History
Publication Date:
18 March 2008 (online)
Summary
In 10 patients with fluent aphasia (Wernicke's aphasia/anomic aphasia) event-related potentials (ERP) were recorded during a lexical decision task. 10 normal volunteers served as controls. An acoustic paired-word N400 paradigm was applied, where patients and controls had to distinguish words from non-words and respond manually using a two-button reaction time device. ERP in controls resembled those described in tachistoscopic N400 studies. Recordings in aphasics disclosed three specific alterations of the late components, namely (1) increased latencies, (2) decreased amplitude or loss of the N400 component, and (3) temporal dyscorrelation as revealed by topographical analysis. The P3-wave was preserved in most cases. In five patients, the patterns of ERP changes was well correlated to the localization of the lesion as confirmed by CCT or MRI. ERP alterations were present in cases with merely subclinical language impairments. These results suggest that the acoustic ERP paradigm applied in this study is a sensitive method for the detection of functional impairments of the cerebral language system. The prognostic value of this method with respect to neuropsychological outcome remains to be explored in further studies.
Zusammenfassung
Bei 10 Patienten mit Wernicke- oder amnestischer Aphasie sowie 10 gesunden Kontrollpersonen wurden während einer lexikalischen Entscheidungsaufgabe ereigniskorrelierte Potentiale abgeleitet. Die Untersuchung hatte das Ziel festzustellen, ob zerebrale Funktionsveränderungen mit dieser Methode in Lokalisation und Zeitstruktur erkannt werden können. Angewandt wurde ein akustisch dargebotenes 400-Wortpaarparadigma, bei dem die Versuchspersonen zwischen „Wörtern” und „Nichtwörtern” unterscheiden mußten. Neben der Aufzeichnung der ereigniskorrelierten Potentiale wurden auch die Reaktionszeiten erfaßt.
Bei den Gesunden unterschieden sich die endogenen Reizantworten des akustischen Modus nicht wesentlich von Ergebnissen, wie sie von tachistoskopischer Stimulation bekannt sind. Bei den Patienten hingegen zeigten sich deutliche Abweichungen von Normalbefunden. Es ergaben sich drei charakteristische, teilweise miteinander kombinierte Veränderungen der ereigniskorrelierten Potentiale. Es kam erstens zu einer Latenzverzögerung der späten Komponenten, zweitens zu einer zeitlichen Dyskorrelation der endogenen Potentialanteile im topographischen Vergleich und drittens zu einer deutlichen Amplitudenminderung oder zum Fortfall der N400. Demgegenüber blieb die P3-Welle zumeist erhalten. Bei 5 von 10 Patienten ergaben sich Hinweise auf die durch bildgebende Verfahren gesicherte Schädigungsregion. Der Schweregrad der aphasischen Störungen variierte von sehr schwer bis minimal ausgeprägt. Auch bei kaum mehr merklichen Sprachstörungen wichen die Ergebnisse vom Normalbefund ab. Dies weist darauf hin, daß die ereigniskorrelierten Potentiale eine sensible Methode zur Aufdeckung zerebraler Funktionsbeeinträchtigungen sind.
Key words
Event-related potentials - ERP - N400 - lexical decision task - anomic aphasia - fluent aphasia - Wernicke's aphasia
