B & G 2008; 24: S44-S46
DOI: 10.1055/s-2008-107692
B & G SUPPLEMENT

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DAK-Bewegungsprogramm für Brustkrebs-Patientinnen

M. Mohr1 , P. Fey1
  • 1DAK – Unternehmen Leben, Gesundheitsprogramme
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Publication Date:
17 September 2008 (online)

Studie in Kooperation mit dem DVGS e. V.

Schonen und das Bett hüten: Dieser Grundsatz beherrschte lange Zeit die Therapie bei Brustkrebs. In den vergangenen Jahren setzte sich aber unter Medizinern immer mehr die Erkenntnis durch, dass regelmäßige Bewegung und Sport eine stabilisierende Wirkung auf den Körper haben und das Wohlbefinden sowie die Lebensqualität vieler Patientinnen deutlich verbessern können.

Jüngste Studien, z. B. die der Universität Wisconsin, belegen die Schutz- und Therapiewirkung von Sport bei Brustkrebs-Patientinnen aller Altersstufen. Die Wissenschaftler zeigen, dass Bewegung auf unterschiedliche Krebs-Risikofaktoren wirkt: Sportlich aktive Frauen haben einen geringeren Östrogenspiegel, unterstützen ihr Immunsystem und wirken Übergewicht entgegen. Außerdem leiden diese Patientinnen weniger unter dem Fatigue-Syndrom (allgemeine und spezifische chronische Erschöpfung), haben weniger Schlafprobleme, sind weniger depressiv und können besser entspannen.

Der positive Effekt von Bewegung auf Körper und Geist wird noch verstärkt, wenn die Erkrankten innerhalb einer Gruppe ein Gemeinschaftsgefühl erfahren und so psychisch ausgeglichener werden. Auf dieser Grundlage hat die DAK zusammen mit dem DVGS das neue bewegungstherapeutische Programm „Gezielt bewegen. Fitness stärken” ([Abb. 1]) entwickelt.

Abb. 1 DAK und DVGS haben gemeinsam ein neues bewegungstherapeutisches Programm für Brustkrebs-Patientinnen entwickelt: „Gezielt bewegen. Fitness stärken”.

Mit diesem ganzheitlichen Bewegungsprogramm beschreitet die DAK als erste Krankenkasse neue Wege. Seit November 2007 liefen an den Pilotstandorten Hamburg, Berlin, München und Köln Bewegungskurse mit ca. 150 Teilnehmerinnen, die von der Universität Heidelberg wissenschaftlich begleitet wurden. „Die Auswertung zeigt: Das neue Konzept hilft und ist sehr effektiv”, erklärt Professor Gerhard Huber, der die Ergebnisse der Evaluation auf speziellen Ärztesymposien bundesweit bereits vorgestellt hat.

Das bio-psycho-soziale Bewegungskonzept basiert auf medizinischen sowie sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Besondere Bedeutung erhalten zum einen die physischen Aspekte („bio”), z. B. die Stärkung der Abwehrkräfte des Immunsystems, die Verbesserung funktioneller Einschränkung im Arm- / Schulter-Bereich und das Entgegenwirken spezifischer und allgemeiner Erschöpfung (sog. Fatigue-Syndrom). Ein weiterer Aspekt ist der psychische („psycho”), der zum Ziel hat, den Frauen ihre Angst zu nehmen, Schmerzen und Depressivität zu mindern, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühle u. a. nach Brustamputationen wieder zu fördern und die individuelle Mobilität zu steigern. Der letzte Aspekt („sozial”) soll möglichen Isolationstendenzen entgegenwirken, indem die Frauen gemeinschaftlich Sport treiben und dadurch in ihrer Lebenszuversicht und der persönlichen Verantwortung gestärkt werden. Dieses kontrollierte Bewegungsprogramm kann daher teilnehmende Frauen nachhaltig für Bewegung und Sport begeistern und ihnen dadurch zu mehr Gesundheitskompetenz verhelfen. Zudem sind Frauen in Gruppen aktiver und stärken sich gegenseitig. Das ist eine besondere Form der Gruppendynamik mit heilender Wirkung.

„Es ist richtig und wichtig, neben dem Körper auch die Seele und das soziale Umfeld der betroffenen Frauen zu stärken”, betont auch der DAK-Vorstandsvorsitzende Professor Dr. h. c. Herbert Rebscher ([Abb. 2]). „Die Gruppenkurse bringen den Teilnehmerinnen mehr Lebenskraft und Lebensfreude.”

Abb. 2 DAK-Vorstandsvorsitzender Professor Dr. h. c. Herbert Rebscher.

Der medizinische Fortschritt in der Onkologie hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass auch bei der Diagnose Brustkrebs heute viele Therapiemöglichkeiten zur Verlängerung des Lebens und sogar zur Heilung bestehen. Damit gerade für Brustkrebs-Patientinnen die erreichte Quantität an Lebensjahren auch mit einer Qualitätsverbesserung einhergeht, sind supportive Therapien notwendig, um die physischen und psychischen Einschränkungen der Erkrankten zu mindern, Begleiterkrankungen zu vermeiden und auf diese Weise die Lebensqualität zu verbessern. Daher werden diese Kurse von speziell durch den DVGS qualifizierten Sporttherapeuten geleitet.

Korrespondenzadresse

M. Mohr
P. Fey

DAK – Unternehmen Leben · Gesundheitsprogramme

Nagelsweg 27–31

20097 Hamburg

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