Fortschr Röntgenstr 2008; 180(4): 285
DOI: 10.1055/s-2008-1077146
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Periphere arterielle Verschlusskrankheit - Therapiekonzept mithilfe der CT-Angiografie

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Publication Date:
24 April 2008 (online)

 

Wie verlässlich ist die CT-Angiografie (CTA) als Entscheidungshilfe für ein korrektes Therapiekonzept bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) im Stadium IIb? Die Antwort auf die Frage präsentieren die österreichischen Autoren in ihrer aktuellen Studie. AJR Am J Roentgenol 2007; 189: 1215-1222

Die digitale Subtraktionsangiografie (DSA) als Goldstandard bei der Evaluation einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist mit Nachteilen wie hohen Kosten und Invasivität nicht unumstritten. Vor diesem Hintergrund und steigender Krankheitsinzidenz aufgrund der Alterspyramide in Industrienationen finden nichtinvasive Alternativen zunehmend Zuspruch.

Zur Beurteilung der Verlässlichkeit einer CTA bei der Diagnosestellung und Entwicklung von Behandlungskonzepten evaluierten Schernthaner et al. retrospektiv CT-Angiografien der abdominellen Aorta und abgehender Gefäße von 58 Patienten mit einer pAVK im Stadium IIb nach Fontaine (schmerzfreie Gehstrecke kleiner als 200 m). Die anhand der CTA getroffenen Therapieentscheidungen wurden in nachfolgenden Untersuchungen retrospektiv überprüft. Beim Studienkollektiv von 58 Probanden (42 männlich, 16 weiblich; Durchschnittsalter: 65 Jahre) wurde eine pAVK im Stadium IIb klinisch vermutet oder war bereits bekannt. 26 Patienten gaben unilaterale, 32 bilaterale Symptome an. Bei 35 Probanden bestand eine zusätzliche Hypertonie oder Hyperlipidämie, bei 25 Studienteilnehmern eine koronare Herzkrankheit und bei 20 ein Diabetes mellitus. 16 Patienten rauchten zum Zeitpunkt der Untersuchung. Anhand der vom Abgang der Nierenarterien bis zu den Füßen durchgeführten CTA wurde 18 Patienten eine endovaskuläre Behandlung empfohlen, 9 Patienten eine chirurgische Revaskularisierung und 2 Probanden ein kombinierter endovaskulär-chirurgischer Eingriff. Bei 29 Studienteilnehmern sprachen sich die befundenden Radiologen für eine konservative Therapie aus. Die Therapieempfehlungen leiteten sich von den Klassifikationsrichtlinien des TransAtlantic Consensus ab. Von einem Patienten abgesehen wurde die Richtigkeit der Therapieentscheidungen bestätigt (n=28) basierend auf einer erfolgreichen Revaskularisierung. Beim oben genannten Patienten wurde eine Stenose der A. femoralis communis in der CTA übersehen, in diesem Fall musste das operative Therapiekonzept erweitert werden. Patienten mit einer konservativen Behandlungsempfehlung wurden in einer mittleren Follow-up-Zeit von 501 Tagen kontrolliert, in keinem Fall wurde eine Revaskularisierung notwendig. Aus diesem Ergebnis leiteten die Autoren eine indirekte Bestätigung ihrer CTA-basierten Therapieempfehlungen ab.