Gastroenterologie up2date 2008; 4(3): 235-246
DOI: 10.1055/s-2008-1077539
Ösophagus/Magen/Duodenum

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Gastroösophageale Varizen – Prophylaxe und Therapie

Steffen  Zopf, Eckhart  G.  Hahn, Martin  Raithel
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Publication Date:
08 October 2008 (online)

Kernaussagen

Pathogenese und Einteilung

  • Ösophagus- und Fundusvarizen entstehen auf dem Boden einer portalen Hypertension, die prä-, post- oder sinusoidaler Genese sein kann.

  • Die Ösophagusvarizenblutung hat eine Inzidenz von ca. 4 % pro Jahr. Die wichtigsten prädiktiven Faktoren sind die Größe der Varizen, das Vorhandensein von „roten Zeichen”, das Child-Pugh-Stadium und eine Thrombopenie.

  • Die Einteilung der Varizen erfolgt endoskopisch nach Größe und Blutungsstigmata in Grade sowie nach der Lokalisation (gstroösophageale Varizen Typ 1 oder Typ 2 nach Sarin).

Prophylaxe und Therapie

  • Als Primärprophylaxe sollten Patienten mit Varizen Grad II – III sowie Patienten mit Varizen Grad I und zusätzlichen roten Zeichen oder mit einer Child-Pugh-C-Leberzirrhose lebenslang mit nichtselektiven Betablockern therapiert werden bzw. bei Vorliegen von Kontraindikationen mittels endoskopischer Bandligatur behandelt werden.

  • Therapie der akuten Varizenblutung ist der schnellstmögliche Einsatz vasoaktiver Substanzen (1. Wahl: Terlipressinin) in Kombination mit einer endoskopischen Bandligatur bzw. Histoacrylinjektion bei Fundusvarizen. Zusätzlich erfolgen eine Antibiose und die Gabe von Protonenpumpenhemmern.

  • Zur Prophylaxe einer Re-Blutung werden nichtselektive Betablocker (ggf. mit Isosorbidmononitrat), endoskopische Bandligatur oder eine Kombination aus beiden eingesetzt, wobei Letztere die beste Therapieoption zu sein scheint.

Literatur

Prof. Dr. med. Martin Raithel

Medizinische Klinik 1
Universitätsklinikum Erlangen

Ulmenweg 18
91054 Erlangen

Email: [email protected]