Phlebologie 2018; 47(02): 93-101
DOI: 10.12687/phleb2417-2-2018
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Appositionsthrombus als Komplikation endovenöser Katheterverfahren (Post ablation thrombus extension [PATE])

Article in several languages: deutsch | English
N. Schäffer
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
,
I. Weingard
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
,
M. Kiderlen
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
,
A. Theodoridis
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
,
L. Schuler
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
,
N. Kriechenbauer
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
,
K. Hartmann
1  Venenzentrum Freiburg, Freiburg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Eingereicht: 30 January 2018

Angenommen: 02 February 2018

Publication Date:
02 April 2018 (online)

Zusammenfassung

Appositionsthromben sind mit einer Prävalenz von 0,2–6% eine nicht seltene Komplikation nach endovenösen Katheterverfahren. Mögliche Risikofaktoren wurden bislang noch nicht ausreichend untersucht, außerdem fehlen Standards für eine angemessene Prophylaxe und ein einheitliches Therapieschema. Wir haben eine retrospektive Analyse von 2015–2017 bezüglich der Prävalenz sowie möglicher Risikofaktoren für das Auftreten eines Appositionsthrombus nach endovenösen Verfahren im Venenzentrum Freiburg durchgeführt. Die in der Literatur beschriebenen Risikofaktoren wie, Gefäßdurchmesser> 7,5mm, simultane Miniphlebektomien sowie ein erhöhter BMI konnten nicht verifiziert werden. Die Stadieneinteilung und die Bezeichnungen des Appositionsthrombus im internationalen Gebrauch wie EHIT (endovenöse hitzeinduzierte Thrombose) und PASTE (post ablation superficial thrombus extension) sind irreführend, da diese Komplikation auch bei nicht-thermischen Verfahren auftreten kann und es sich um eine Thrombusextension ins tiefe Venensystem handelt. Daher empfehlen wir die modifizierte Bezeichnung PATE (post ablation thrombus extension). Ein PATE 0 entspricht einem planen Verschluss und ist somit ein Therapieerfolg. PATE I beschreibt eine Thrombusextension mit Einengung des Lumens der tiefen Vene bis zu 25%, PATE II bis 50% und PATE III >50%. Eine therapeutische Antikoagulation empfehlen die Autoren ab PATE II mit einer Dauer bis zum Verschwinden des Appositionsthrombus.