OP-JOURNAL 2019; 35(01): 63-65
DOI: 10.1055/a-0677-3651
Tipps und Tricks
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Arthroskopisch gestützte Reposition von posterolateralen Kantenfragmenten am Tibiakopf mit einem angeschrägten, kanülierten Repositionsstößel

Carsten Schlickewei
,
Karl-Heinz Frosch
Further Information

Korrespondenzadresse

Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Phone: 0 40/74 10-5 34 59   
Fax: 0 40/74 10-5 45 69   

Publication History

Publication Date:
10 April 2019 (online)

 

Posterolaterale Kantenfragmente am Tibiakopf ([Abb. 1]) werden in ihrer klinischen Bedeutung oft unterschätzt! Die offene Reposition und Refixation ist aufwendig und erfordert spezialisierte posterolaterale Zugänge [1]. Häufig führen schlechte Repositionen oder sekundär dislozierte Fragmente zu funktionell schlechten Ergebnissen [2], [3], [4]. Insbesondere kann eine knöchern bedingte rotatorische Instabilität im Sinne eines rezidivierenden Pivot-Shift-Phänomens verbleiben.

Eine einfachere Methode zur operativen Versorgung posterolateraler Kantenfragmente ist die arthroskopisch gestützte Reposition des Fragments mit einem kanülierten, angeschrägten Stößel und die anschließende perkutane Schraubenosteosynthese.

Zoom Image
Abb. 1 Posterolaterales Kantenfragment.

Nach einer diagnostischen Arthroskopie wird die Fraktur mit dem Bildwandler lokalisiert. Arthroskopisch gestützt wird ein Zieldraht mithilfe eines Kreuzbandzielbügels in Richtung des Kantenfragments vorgebohrt ([Abb. 2]). Unter radiologischer und arthroskopischer Kontrolle wird der kanülierte Stößel (Arthrex, Naples, USA) zur vorsichtigen Reposition des Fragments genutzt ([Abb. 3]). Nach anatomischer Reposition des Fragments kann die Fraktur über 2 – 3 kanülierte Schrauben fixiert werden ([Abb. 4], [Abb. 5], [Abb. 6], [Abb. 7]).

Zoom Image
Abb. 2 Adressierung der Fraktur mit Hilfe eines Zieldrahtes, über welchen der angeschrägte Stößel eingebracht werden kann.
Zoom Image
Abb. 3 Reposition der Fraktur mit dem kanülerten, angeschrägtem Stößel (Arthrex, Naples, USA).
Zoom Image
Abb. 4 Intraoperatives Setting mit perkutanem Einbringen des Repositionsstößels.
Zoom Image
Abb. 5 Stabilisierung der Fraktur im seitlichen Strahlengang mit kanülierten Zugschrauben.
Zoom Image
Abb. 6 Intraoperative Kontrolle der Schraubenlage.
Zoom Image
Abb. 7 a.–p.-Ansicht nach Reposition und Schraubenosteosynthese.

Der kanülierte, angeschrägte Stößel ermöglicht eine gezielte, minimalinvasive und stabile Versorgung posterolateraler Kantenfragmente am Tibiakopf. Grundsätzlich kann der gezeigte Stößel für die Reposition nahezu aller Impressions- oder Depressionsfrakturen am Tibiakopf verwendet werden.


#
Autorinnen/Autoren

Dr. Carsten Schlickewei

Zoom Image

Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE

Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch

Zoom Image

Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE


Korrespondenzadresse

Univ.-Prof. Dr. Karl-Heinz Frosch
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf UKE
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Phone: 0 40/74 10-5 34 59   
Fax: 0 40/74 10-5 45 69   


Zoom Image
Zoom Image
Zoom Image
Abb. 1 Posterolaterales Kantenfragment.
Zoom Image
Abb. 2 Adressierung der Fraktur mit Hilfe eines Zieldrahtes, über welchen der angeschrägte Stößel eingebracht werden kann.
Zoom Image
Abb. 3 Reposition der Fraktur mit dem kanülerten, angeschrägtem Stößel (Arthrex, Naples, USA).
Zoom Image
Abb. 4 Intraoperatives Setting mit perkutanem Einbringen des Repositionsstößels.
Zoom Image
Abb. 5 Stabilisierung der Fraktur im seitlichen Strahlengang mit kanülierten Zugschrauben.
Zoom Image
Abb. 6 Intraoperative Kontrolle der Schraubenlage.
Zoom Image
Abb. 7 a.–p.-Ansicht nach Reposition und Schraubenosteosynthese.