DO 2019; 17(01): 1-2
DOI: 10.1055/a-0732-3676
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Editorial

Katharina Engemann
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Publication Date:
10 January 2019 (online)

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen das Team der DO. Wir hoffen, Sie sind gut hinübergerutscht und hatten eine gute Zeit, in der Sie viel gelacht haben. Denn, wie Sie vielleicht wissen, löst sich und schwingt unser Zwerchfell beim Lachen und es bringt zudem die Flüssigkeiten in unserem Körper in Bewegung. Eine ähnliche Wirkung haben das Singen und das Wippen. Ganz nebenbei werden auch noch Glückshormone ausgeschüttet. Doch das Zwerchfell ist nicht das einzige Diaphragma im Körper. Diaphragmen trennen Bereiche voneinander, aber sie kommunizieren auch miteinander. Sie können waagerecht, senkrecht oder schräg verlaufen. Durch die Diaphragmen verlaufen häufig Gefäße, lymphatische und neurologische Strukturen. Im Bereich der großen Diaphragmen sind auch immer hormonelle Drüsen angesiedelt und unser Herz schmiegt sich an unser Zwerchfell an. Eine gute Funktion der Diaphragmen sorgt für Elastizität und Wohlbefinden im Körper. Es ist also höchste Zeit, diese interessanten Bereiche unseres Körpers in der DO als Schwerpunkt einmal näher zu beleuchten.


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Mein Lehrer Piet Dijs verglich den Rumpf des Körpers mit einer Konservendose, die mehrere Querböden hat. Sobald sich einer dieser Querböden in eine Richtung verändere, wirke sich das, so Dijs, auf die anderen Querböden und die gesamte Dose aus.

Es ist interessant, die Diaphragmen unter verschiedenen Aspekten zu betrachten: zum einen, wie sich die Spannungsphänomene ihrer Umwelt auf sie auswirken, und zum anderen, wie sie die Mobilität und Funktion ihrer Umgebung verändern. Welche Auswirkung hat die Funktion des Zwerchfells auf das Herz und die Aorta? Und wie sind die Einflüsse der oberen Thoraxapertur auf die Schilddrüse und die Blutdruckrezeptoren in der Aorta? Welche weiteren Strukturen können als Diaphragmen angesehen werden?

Es ist immer wieder sinnvoll, die Perspektive zu wechseln, unsere Denk- und Arbeitsweise zu überprüfen und infrage zu stellen. Dazu können Selbstreflexion und auch Workshops dienen, in denen unser alltägliches Handeln auf den Prüfstand gestellt wird. So kann eine unbegründete Sicherheit entdeckt und in eine begründete verwandelt werden. Aber vielleicht entdeckt man auch eine unbegründete Unsicherheit [1]. Auch evidenzbasierte Methoden sind dafür geeignet.

Womit arbeiten wir in der Osteopathie? In meiner Ausbildung wurde gesagt: Wir arbeiten mit allem, was aus dem Mesoderm entsteht, d. h. dem Bindegewebe. Ein Blick in den Fortbildungskalender zeigt kraniale Osteopathie, Faszien, Fluida und Hormone als Themen für Workshops. Was ist mit dem Knochen? Warum finden sich so wenige Workshops, die sich mit dem Knochen und seiner Physiologie beschäftigen? Was gibt es an neuen Erkenntnissen und warum könnte Still seine Medizin Osteopathie genannt haben?

Ich wünsche mir, dass dieses Heft Sie anregt, dies alles weiter zu entdecken.

Bleiben Sie neugierig und gesund.

Katharina Engemann

Wechsel im Herausgeberteam

2019 beginnt mit einem Wechsel im Herausgeberteam. Dennis Ehrlich, Peter Jacob Lamersdorf und Stefan Wentzke scheiden aus, um ihre Schaffenskraft zukünftig auf andere Aufgaben zu konzentrieren. Zwei Jahre haben Herr Ehrlich, Herr Lamersdorf und Herr Wentzke die DO als Herausgeber begleitet und mitgestaltet. Mit ihren Ideen und Beiträgen haben sie maßgeblich dazu beigetragen, die Vielfalt der osteopathischen Welt aufzuzeigen. Der Verlag und das Herausgeberteam danken ihnen herzlich dafür.


Wir begrüßen neu im Team Michael Biberschick, MSc MSc D. O. DPO. Herr Biberschick hat seine Ausbildung an der Wiener Schule für Osteopathie (WSO) absolviert und anschließend an der Donauuniversität Krems den Universitätslehrgang Osteopathie mit dem MSc D. O. abgeschlossen. Neben seiner Tätigkeit in einer Wiener Praxis ist Herr Biberschick wissenschaftlicher Mitarbeiter an der WSO und OSD. Wir wünschen Herrn Biberschick einen guten Start im DO-Team und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

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Michael Biberschick, MSc MSc D. O. DPO

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Katharina Engemann, D. O., M.R. O.

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Michael Biberschick, MSc MSc D. O. DPO