Akt Rheumatol 2019; 44(02): 94-96
DOI: 10.1055/a-0806-2773
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rückenschmerzen bei Psoriasis-Arthritis

Contributor(s):
Stephanie Burgess
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Publication Date:
10 April 2019 (online)

 

    Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Arthritis in Kombination mit Psoriasis. Dabei kann sich die Arthritis in verschiedenen Gelenken manifestieren. Wenn auch die Wirbelsäule betroffen ist, spricht man von axialer Beteiligung. Dies ist oft ein Hinweis auf einen schwereren Krankheitsverlauf. Die Feststellung von entzündlichen Rückenschmerzen kann durch verschiedene Methoden erfolgen, welche die Autoren in ihrer Studie vergleichen.


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    Entzündliche Rückenschmerzen (IBP – inflammatory back pain) können durch Kriterien nach Calin, nach Rudwaleit (Berlin-Kriterien) oder nach der ASAS beurteilt werden. In die Studie wurden Patienten eingeschlossen, welche eine Psoriasis-Arthritis (PsA) nach den CASPAR-Kriterien aufwiesen und welche ihren ersten klinischen Aufenthalt im Krankenhaus der Autoren zwischen 2010 und 2015 hatten. Es wurden Patienten mit und ohne Rückenschmerzen eingeschlossen, sie mussten allerdings Röntgenbilder des Iliosakralgelenks und der Wirbelsäule haben. Patienten mit axialer Beteiligung wurden eingeteilt in Patienten mit Scherzen und ohne Schmerzen. Die weiter verwendeten Daten stammen aus den Dokumentationen des Krankenhauses. Das klassische Vorgehen bei Patienten mit PsA sieht eine Nachverfolgung von 6–12 Monaten vor. Röntgenbilder der peripheren Gelenke und der Wirbelsäule werden beim ersten Besuch und danach im 2-Jahres-Intervall gefertigt. Ein Rheumatologe protokolliert ob Rückenschmerzen vorhanden sind, wie lange sie bestehen, ob Morgensteikeit besteht und weitere Daten. Aus diesen, in der Datenbank hinterlegten Informationen, wird per Computer getestet, ob eines der IBP-Kriterien zutrifft. Weiterhin führt der Rheumatologe eigene Untersuchungen durch und trifft eine Einschätzung über das Vorhandensein von entzündlichem Rückenschmerz.

    In die Auswertung konnten 171 Patienten eingeschlossen werden. Von ihnen waren 52% männlich, das Durchschnittsalter bei Auftreten der Symptome lag bei 43 Jahren, das des ersten Klinikbesuchs bei 46 Jahren. 96 Patienten berichteten chronischen Rückenschmerz, 65 Patienten hatten entzündlichen Rückenschmerz und 31 nicht spezifizierbaren Rückenschmerz. Die Übereinstimmung zwischen der Einschätzung des Rheumatologen und der IBP-Kriterien (berechnet mit Kappa) war moderat. Am besten war die Übereinstimmung beim Calin-Kriterium (0,70), gefolgt von ASAS-Kriterium (0,61) und Rudwaleit (0,59). Die Spezifität aller Kriterien ist gut, die Sensitivität dagegen niedrig, hier schneidet das Rudwaleit-Kriterium am besten ab. Die Einschätzung des Rheumatologen besitzt eine höhere Sensitivität und eine niedrige Spezifität.

    Es zeigen sich weiterhin Schwierigkeiten in der Diagnostik von entzündlichen Rückenschmerzen.

    Fazit

    Patienten mit Psoriasis-Arthritis können auch von axialer Beteiligung betroffen sein. Hierbei können Rückenschmerzen auftreten, müssen aber nicht. Die Diagnose von entzündlichen Rückenschmerzen kann mithilfe verschiedener Kriterien getroffen werden. In der Studie zeigen sich für alle Kriterien moderate Ergebnisse. Die Einschätzung eines Experten schneidet am besten ab. Die Autoren schlussfolgern, dass weitere Bildgebung notwendig ist, wenn Verdacht auf entzündliche Rückenschmerzen besteht.

    Stephanie Burgess, Stuttgart


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