Akt Rheumatol 2019; 44(05): 307-308
DOI: 10.1055/a-0979-4465
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Fatigue-Syndrom bei systemischem Lupus erythematodes analysiert

Contributor(s):
Richard Kessing
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Publication Date:
15 October 2019 (online)

 

    Bis zu 90 % der Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) leiden unter Fatigue. Im Rahmen der FATILUP- Studie wurden Determinanten bestimmt, die mit Fatigue bei SLE-Patienten assoziiert sind und welchen Beitrag diese Faktoren zum Erschöpfungs-Syndrom beisteuern.


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    In die FATILUP-Studie wurden Patientinnen und Patienten der Lupus BioBank des Oberrheins (LBBR), eine klinisch gut und einheitlich dokumentierten Kohorte von Patienten mit systemischem Lupus erythematodes eingeschlossen. An dem Projekt der Lupus BioBank beteiligte sich ein Netzwerk von 17 Einrichtungen aus Frankreich und Deutschland. Ausgewählt wurden Patienten, wenn Sie die ACR-Kriterien des SLE von 1997 erfüllten und wenn von ihnen Ergebnisse des FSMC-Scores vorlagen (Fatigue Scale for Motor and Cognitive Functions).

    Von den 1073 Patientinnen und Patienten des LBBR-Projects war von 570 Teilnehmern vollständige Ergebnisse des FSMC-Score verfügbar und diese Personen gelangten in die Auswertung. Der Anteil weiblicher Patienten lag bei nahezu 90% (n=508), das Durchschnittsalter betrug 42 Jahre und unter Fatigue litten 67,7% und unter schwerer Fatigue 36,7%. Eindeutige Angstzustände hatten 30,5% der Patientinnen und Patienten und Depressionen 10,4% der Studienteilnehmer. Unter Angst oder Depression litten 44,4% der Patienten mit Fatigue-Syndrom und 59,3% der Patienten mit schwerer Erschöpfungs-Symptomatik. Die mittlere Krankheitsaktivität nach dem SELENA-SLEDAI Score betrug 2(0–4).

    Im Vergleich zu den FATILUP-Patienten ohne Fatigue-Syndrom waren diejenigen mit Fatigue signifikant älter, hatten häufiger Angstzustände und Depressionen, einen höheren SELENA-SLEDAI Score und nahmen insgesamt häufiger Glukokortikoide sowie auch täglich höhere Glukokortikoid-Dosen ein. In der multivariaten Analyse waren Patientenalter, SELENA-SLEDAI-Score, Einnahme von Glukokortikoiden sowie Angstzustände und Depressionen, aber nicht körperliche Aktivität, mit Fatigue assoziiert. Mit einem schweren Erschöpfungssyndrom waren Patientenalter zu Studienbeginn, Einnahme von Glukokortikoiden sowie Angstzustände und Depressionen, nicht aber die Aktivität des SLE, gemessen mit dem SLEDAI-Score, assoziiert.

    Fazit

    Fatigue und schwere Fatigue sind häufige Symptome bei systemischem Lupus erythematodes und stehen in enger Verbindung mit Depressionen und Angstzuständen. Aber auch Krankheitsaktivität und die Einnahme von Glukokortikoiden waren ebenfalls unabhängig, wenn auch schwächer, mit dem Erschöpfungssyndrom assoziiert, so die Studienautorinnen und Autoren.

    Richard Kessing, Zeiskam


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