Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2021; 16(01): 27-40
DOI: 10.1055/a-1006-7311
Grundlagen

Gleitpaarungen in der Hüft- und Knieendoprothetik

Robert Sonntag
,
Tobias Reiner
,
J. Philippe Kretzer

Endoprothesen stellen in erster Linie die schmerzfreie Funktion des Gelenks wieder her. Die Eigenschaften der Gleitpaarungsmaterialien stellen eine der zentralen Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Implantatsystems dar. Dieser Beitrag verschafft einen Überblick über die verwendeten Gleitpaarungen in der Hüft- und Knieendoprothetik und gibt konkrete Hilfen und Empfehlungen für die klinische Praxis.

Kernaussagen
  • Die Entwicklung moderner Implantatwerkstoffe hat dazu beigetragen, dass die Revisionsraten in der Knie- und Hüftendoprothetik kontinuierlich gesunken sind.

  • In der Hüftendoprothetik lässt sich aus Registerdaten ableiten, dass sich mit quervernetztem Polyethylen (XPE) und keramischen Gleitpaarungen die besten Ergebnisse bzw. geringsten Revisionsraten erzielen lassen.

  • Insbesondere bei harten Gleitpaarungen, wie z. B. Keramik-Keramik-Gleitpaarungen, ist die präzise operative Ausrichtung der Implantatkomponenten wichtig, um eine gute Funktionalität und weniger materialbezogene Komplikationen zu erreichen.

  • Auch in der Knieendoprothetik können die Patienten von quervernetztem Polyethylen (XPE) profitieren, dies gilt aber vornehmlich für junge Patienten.

  • Bei Verdacht auf eine Implantatunverträglichkeit sollte besonders auf die Aufklärung des Patienten und eine ausführliche Dokumentation geachtet werden.

  • Durch die Verwendung moderner Implantatwerkstoffe nimmt der Stellenwert des Materialverschleißes heutzutage ab, was dazu führt, dass andere Probleme wie z. B. Infektionen in den Vordergrund treten.



Publication History

Article published online:
03 February 2021

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