Zusammenfassung
Hintergrund Die Therapie schwerer Manifestationsformen der endokrinen Orbitopathie (EO) ist immer
noch eine Herausforderung und verlangt eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Von besonderer Bedeutung ist die stadiengerechte antientzündliche Therapie, um irreversible
Schäden zu vermeiden.
Material und Methode Diskussion der neuesten Ergebnisse multizentrischer randomisierter Therapiestudien
zur antientzündlichen Therapie der endokrinen Orbitopathie und von neuen Therapiekonzepten.
Ergebnisse Bei der milden Form der EO kann der Spontanverlauf unter Selensupplementation abgewartet
werden. Bei der moderat schweren aktiven Form der EO besteht die Primärtherapie aus
einer i. v. Steroidstoßtherapie (kumulativ 4 – 5 g) in Kombination mit einer Orbitaspitzenbestrahlung
bei Motilitätsstörungen. Bei ungenügendem Ansprechen nach 6 Wochen kann eine immunsuppressive
Therapie hinzugefügt werden. Bei schwerer visusbedrohender Manifestation ist meist
eine knöcherne Orbitadekompression die Therapie der Wahl. Durch konsequente Grundlagenforschung
konnten inzwischen auch für die EO zielgerichtete Therapien entwickelt werden. Der
IGF-1-Rezeptor-Antikörper Teprotumumab zeigte sich in einer Phase-III-Studie als effektiv,
sodass in Kürze mit einer Zulassung zu rechnen ist.
Schlussfolgerung Das aktuell noch gültige Therapiekonzept bei der endokrinen Orbitopathie der zunächst
antientzündlichen Therapie gefolgt von der operativen Korrektur der bleibenden Defekte
ändert sich möglicherweise durch den Einsatz zielgerichteter Therapien in der Zukunft.
Schlüsselwörter
Orbita - Strabologie - okuläre Tumoren - Morbus Basedow - EO