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DOI: 10.1055/a-1698-1055
Häufiges Händewaschen begünstigt Handekzeme bei Pflegepersonal
An update on the prevalence and risk exposures associated with hand eczema in Danish hospital employees: A cross-sectional questionnaire-based study.
Contact Dermatitis 2021;
DOI: 10.1111/cod.13990
Die Entstehung von Handekzemen bei Personal im Gesundheitswesen ist weit verbreitet. Der verstärkte Einsatz von alkoholhaltigen Handreinigungsmitteln wird empfohlen, um das Händewaschen teilweise zu ersetzen und die Prävalenz von Handekzemen zu senken, jedoch fehlen Daten zur Auswirkung dieser Maßnahme. Yüksel et al. untersuchten die Prävalenz von Handekzemen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen und den Zusammenhang mit der Handreinigung.
Handekzeme entstehen insbesondere in Zusammenhang mit häufigem Händewaschen und dem Tragen von Handschuhen auf nasser Haut. Zu diesem Resultat kamen die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe um Yüksel et al. der Universität Kopenhagen, nachdem Sie digital an Krankenschwestern und -pfleger, Ärzte, Biotechniker, Hebammen und Physiotherapeuten, die in klinischen Abteilungen von Krankenhäusern im Großraum Kopenhagen beschäftigt sind, einen Fragebogen zur Erhebung der Handreinigungsgewohnheiten verschickt haben. Der Fragebogen basierte auf validierten Fragen aus dem Nordic Occupational Skin Questionnaire (NOSQ-2002) und von der Forschungsgruppe entwickelten Fragen und enthielt Fragen zur Krankengeschichte von Handekzemen, zu traditionellen Risikofaktoren (Händewaschen, Tragen von Handschuhen und Verwendung alkoholhaltiger Händedesinfektionsmittel) als auch zu bisher unerforschten Expositionen (alkoholhaltige Händedesinfektionsmittel und auf nasser Haut getragene Handschuhe). Als Störfaktoren berücksichtigten die Experten in dieser Studie Alter, Geschlecht, nichtberufliche Feuchtarbeit, atopische Dermatitis, Fettleibigkeit, Tabakrauchen, Kinder < 4 Jahre im Haushalt und subjektiv empfundener Stress. Die Daten werteten die Forscher per deskriptiver statistischer Methoden, einer binären logistischen Regressionsanalyse und multivariaten Modellen aus.
Von 2125 Befragten (1779 Frauen, 346 Männer) gaben 14,7 % an, im letzten Jahr an einem Handekzem gelitten zu haben. Dies sind weniger Personen, als bereits in früheren Studien berichtet wurde. 11,3 % des Pflegepersonals mit Handekzem und 8,1 % des Personals ohne Ekzem gaben an, mehr als 20-mal am Tag die Hände zu waschen. Eine häufige Verwendung von alkoholhaltigen Händedesinfektionsmitteln (> 20-mal täglich) wurde von 80,4 % des Pflegepersonals mit Handekzem und 74,7 % ohne Handekzem angegeben. Insgesamt 8,4 % des Personals mit Handekzem und 4,1 % ohne Ekzem trugen ihre Handschuhe mehr als 10-mal pro Tag auf nasser Haut. Häufiges Händewaschen erhöhte die Wahrscheinlichkeit für ein Ekzem um 73 %, das Tragen von Handschuhen auf nasser Haut erhöhte die Wahrscheinlichkeit um 99 %. Insgesamt berichteten die Beschäftigten des Gesundheitswesens signifikant häufiger über Stechen, Brennen und Schmerzen beim Gebrauch alkoholhaltiger Desinfektionsmittel als über ein Unbehagen beim Händewaschen. Dieser Umstand führt auch dazu, dass die Compliance bei der Reinigung der Hände z. T. vermindert ist.


Fast 15 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen weisen Handekzeme auf. Diese Zahl ist niedriger als in früheren Studien angegeben, was an einer geringeren Anzahl an Händewaschungen und einer stärkeren Verwendung alkoholhaltiger Händedesinfektionsmittel liegen könnte. Die Verwendung von Handschuhen auf nasser Haut identifizierten die Experten als einen Risikofaktor für Ekzeme. Präventivmaßnahmen sollten weiterhin im Vordergrund stehen, um die Prävalenz von Handekzemen zu senken, so die Autoren.
Dr. Maddalena Angela Di Lellis, Tübingen
Publication History
Article published online:
22 February 2022
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