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DOI: 10.1055/a-1739-4701
Merkelzellkarzinom
Merkel Cell CarcinomaAuthors
Zusammenfassung
Das Merkelzellkarzinom ist ein aggressiver neuroendokriner Tumor, welcher durch schnelles Wachstum und frühzeitige Metastasierung charakterisiert ist. Das mediane Erkrankungsalter liegt zwischen 75–80 Jahren. Mit Zunahme des durchschnittlichen Bevölkerungsalters tritt der einstmals seltene Tumor immer häufiger auf. Neben den klassischen Therapiesäulen Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie spielt die Immunonkologie auch beim Merkelzellkarzinom eine zunehmend wichtige Rolle.
Abstract
Merkel cell carcinoma represents a neuroendocrine tumour which can grow rapidly and metastasizes early. The median age of patients is 75–80 years. Given the continuously rising population age Merkel cell carcinoma is diagnosed more often. Besides surgery, radiotherapy and chemotherapy immunooncology plays an important role in the treatment of this aggressive tumour.
Einleitung
Das Merkelzellkarzinom ist ein seltener neuroendokriner Tumor der Haut, welcher ein aggressives Verhalten mit schnellem Wachstum und häufiger Metastasierung zeigt [1] [2]. Da das klinische Erscheinungsbild des Merkelzellkarzinoms uncharakteristisch ist, wird es häufig fehldiagnostiziert, was zu einer deutlichen Diagnoseverzögerung führt, sodass ca. ein Drittel der Patienten bei Diagnosestellung bereits Lymphknotenmetastasen und ca. 10 % Fernmetastasen aufweisen [3] [4] [5] [6].
Das Merkelzellkarzinom zeichnet sich durch eine höhere Mortalität als das maligne Melanom aus, das krankheitsspezifische 5-Jahres-Überleben liegt zwischen 41–77 % [3] [5] [7] [8]. Betroffen sind insbesondere ältere Patienten mit einem mittleren Erkrankungsalter zwischen 75–80 Jahren [9] [10].
Die wichtigsten Risikofaktoren sind höheres Alter, chronische UV-Exposition und eine geschwächte Immunabwehr. So tritt das Merkelzellkarzinom gehäuft bei Patienten mit hämatopoetischen Neoplasien wie Leukämien und Lymphomen sowie Patienten mit HIV-Infektion auf. Auch Patienten mit medikamentöser Immunsuppression nach Organtransplantation haben ein erhöhtes Risiko, an einem Merkelzellkarzinom zu erkranken. 2008 wurde erstmals ein doppelsträngiges DNA-Polyomavirus beim Merkelzellkarzinom nachgewiesen, welches in das Genom der Tumorzellen integriert war. Dieses Merkelzell-Polyomavirus kann bei einem signifikanten Teil der Merkelzelltumoren nachgewiesen werden, es gibt aber auch Virus-negative Tumoren, welche sich histologisch und molekularbiologisch unterscheiden lassen [11] [12] [13] [14] [15]. Neben der Chirurgie und der Strahlentherapie hat sich die Immuntherapie mit Antikörpern gegen PD1 und PD1-Ligand neu etabliert.
Epidemiologie
Das Merkelzellkarzinom ist ein Tumor des höheren Lebensalters mit einem medianen Erkrankungsalter zwischen 75–80 Jahren [9] [10]. Mit Zunahme des durchschnittlichen Bevölkerungsalters ist auch eine Steigerung der Inzidenz zu erwarten. Die Inzidenz des Merkelzellkarzinoms wurde im Jahre 2009 für die Vereinigten Staaten mit 0,6 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner angegeben [16]. In Queensland (Australien) lag die Inzidenz 2006–2010 bei 1,6 pro 100 000 [10] und in Schweden bei 0,3 im Jahre 2012 [9] [10].
Risikofaktoren
Die Sonnenexposition und die kumulative UV-Dosis sind die größten Risikofaktoren für die Entstehung eines Merkelzellkarzinoms. Daher finden sich Merkelzellkarzinome gehäuft in sonnenexponierten Arealen wie Kopf, Hals und Unterarmen. Die Haut der betroffenen Patienten zeigt die typischen Zeichen eines chronischen Lichtschadens. Häufig treten auch andere UV-induzierte Hauttumoren wie aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome parallel auf [17] [18] [19]. Einen weiteren Ko-Faktor für das Auftreten von Merkelzellkarzinomen stellt die Immunsuppression dar, welche entweder durch zugrundeliegende Grunderkrankungen wie hämatologische Neoplasien (Leukämie und Lymphome) oder medikamentös induziert ist, wie z. B. bei Organtransplantierten. Auch bei HIV-Infizierten und Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen ist das Erkrankungsrisiko erhöht.
Pathophysiologie
In ca. 80 % der Merkelzellkarzinome in den Vereinigten Staaten konnte das Merkelzell-Polyomavirus nachgewiesen werden, während es in Australien bei nur 25 % der Tumoren detektiert wurde [11] [20]. Das Merkelzell-Polyomavirus, oder auch Polyomavirus 5 genannt, gehört zur Familie der Polyomaviridae. Die Primärinfektion verläuft klinisch inapparent und findet i. d. R. in der Kindheit statt. Antikörper gegen das Kapsidprotein VP1 können gehäuft im Serum der Allgemeinbevölkerung nachgewiesen werden [21] [22]. Die genomische Integration des large T antigens und des small T antigens werden für die Entstehung des Polyomavirus-positiven Merkelzellkarzinoms verantwortlich gemacht. In diesen Tumoren finden sich nur wenige somatische Mutationen, während sich bei den Virus-negativen Tumoren zahlreiche UV-bedingte Mutationen nachweisen lassen, welche Tumorsuppressorgene, DNA-Reparaturgene und auch aktivierende Zellzyklusgene betreffen [1] [22] [23] [24].
Diagnosestellung
Das Merkelzellkarzinom präsentiert sich gewöhnlich als derber, schmerzloser, rasch wachsender, dermal oder subkutan gelegener Tumor von hautfarbener bis rötlich-violetter Farbe ohne Ulzeration oder Krustenauflagerung ([Abb. 1]). Die Prädilektionsstellen des Merkelzellkarzinoms sind die Kopf-Hals-Region sowie die Extremitäten [25] [26]. Aufgrund des unspezifischen klinischen Bildes wird die Diagnose oftmals verzögert gestellt. Das Akronym AEIOU (asymptomatic, expanding rapidly, immune suppression, older than 50 years and UV-exposed skin) kann als Erinnerungsstütze für die relevanten klinischen Charakteristika helfen, die Diagnosestellung zu erleichtern [1].


Histologie und Immunhistochemie
Histologisch weist das Merkelzellkarzinom runde bis ovale Zellen mit spärlichem Zytoplasma auf. Die Zellkerne sind hyperchromatisch und gelappt. Immunhistochemisch sind die Tumorzellen typischerweise positiv für Zytokeratin 20 und negativ für Thyroid-transcription factor 1. Letzterer ist ein wichtiger Marker zur Abgrenzung von einem kleinzelligen Lungenkarzinom. Ergänzend können Färbungen mit neuroendokrinen Markern wie Neuronen-spezifischer Enolase, Chromogranin A oder Synaptophysin hilfreich sein ([Abb. 2]).


Klinischer Verlauf und Staging
Das Merkelzellkarzinom metastasiert frühzeitig in die regionären Lymphknoten, sodass die Schildwächterlymphknotenbiopsie eine wichtige Rolle zur Einschätzung der Prognose und der korrekten Stadieneinteilung spielt [3] [27]. Die aktuelle 8. AJCC-Stagingeinteilung von 2018 ([Tab. 1]) unterscheidet daher zwischen klinisch negativen Lymphknoten und pathologisch negativen Lymphknoten. Ca. ein Drittel der Patienten mit klinisch negativen Lymphknoten weist bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eine Mikrometastasierung in die regionären Lymphknoten auf ([Abb. 2]). Das Primärtumorstadium unterscheidet Stadium I mit einem max. Tumordurchmesser < 2 cm und Stadium II mit einem max. Tumordurchmesser von > 2 cm, wobei auch hier zwischen klinischem und pathologischem Staging unterschieden wird. Stadium III wird aufgeteilt in IIIA und IIIB, je nachdem, ob ein Mikrometastasenbefall der Lymphknoten oder ein makroskopischer Befall der Lymphknoten vorliegt. Eine Ausnahme bildet die Konstellation von makroskopischen Lymphknotenmetastasen bei unbekanntem Primärtumor. Da diese Patienten ein verbessertes Überleben im Vergleich zu Patienten mit bekanntem Primärtumor aufweisen, werden sie ebenfalls dem Stadium IIIA zugeordnet. Die meisten Patienten mit Merkelzellkarzinom werden im Stadium I oder II diagnostiziert. Ein lokoregionäres Rezidiv bzw. das Auftreten von Fernmetastasen ereignet sich typischerweise innerhalb der ersten 2–3 Jahre nach Erstdiagnose. Danach nimmt das Rezidivrisiko signifikant ab. Bei ca. 10 % der Patienten wird eine isolierte Lymphknotenmetastasierung ohne feststellbaren Primärtumor diagnostiziert. Diese Patienten haben, wie oben erwähnt, eine bessere Prognose als Patienten mit bekanntem Primärtumor [28] [29]. Die postulierte Spontanregression des Primärtumors bei diesen Patienten könnte als Ausdruck einer gesteigerten Auseinandersetzung des Immunsystems mit den Tumorzellen gewertet werden, sodass diese Patienten im Falle einer Inoperabilität möglicherweise besonders gut auf eine PD1-/PD-L1-gerichtete Immuntherapie ansprechen.
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8. Ausgabe des AJCC-MCC-Staging |
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Stadium |
Primärtumor |
Lymphknoten |
Metastasen |
|
|
0 |
In situ (nur innerhalb der Epidermis) |
Keine regionalen Lymphknotenmetastasen |
Keine Fernmetastasen |
|
|
I |
Klinisch[1] |
≤ 2 cm maximale Tumorgröße |
Knoten negativ durch klinische Untersuchung (keine pathologische Untersuchung durchgeführt) |
Keine Fernmetastasen |
|
I |
Pathologisch[2] |
≤ 2 cm maximale Tumorgröße |
Knoten negativ durch pathologische Untersuchung |
Keine Fernmetastasen |
|
IIA |
Klinisch |
> 2 cm maximale Tumorgröße |
Knoten negativ durch klinische Untersuchung (keine pathologische Untersuchung durchgeführt) |
Keine Fernmetastasen |
|
IIA |
Pathologisch |
> 2 cm maximale Tumorgröße |
Knoten negativ durch pathologische Untersuchung |
Keine Fernmetastasen |
|
IIB |
Klinisch |
Primärtumor dringt in Knochen, Muskeln, Faszien oder Knorpel ein |
Knoten negativ durch klinische Untersuchung (keine pathologische Untersuchung durchgeführt) |
Keine Fernmetastasen |
|
IIB |
Pathologisch |
Primärtumor dringt in Knochen, Muskeln, Faszien oder Knorpel ein |
Knoten negativ durch pathologische Untersuchung |
Keine Fernmetastasen |
|
III |
Klinisch |
Tumor jeder Größe/Tiefe |
Knoten positiv durch klinische Untersuchung (keine pathologische Untersuchung durchgeführt) |
Keine Fernmetastasen |
|
IIIA |
Pathologisch |
Tumor jeder Größe/Tiefe |
Knoten nur bei pathologischer Untersuchung positiv (Knotenerkrankung bei klinischer Untersuchung nicht erkennbar) |
Keine Fernmetastasen |
|
Nicht erkannter (unbekannter Primärtumor) |
Knoten positiv durch klinische Untersuchung und bestätigt durch pathologische Untersuchung |
Keine Fernmetastasen |
||
|
IIIB |
Pathologisch |
Tumor jeder Größe/Tiefe |
Knoten positiv durch klinische Untersuchung und bestätigt durch pathologische Untersuchung |
Keine Fernmetastasen |
|
IV |
Klinisch |
Jeder |
+/– regionale Knotenbeteiligung |
Durch klinische Untersuchung erkannte Fernmetastasen |
|
IV |
Pathologisch |
Jeder |
+/– regionale Knotenbeteiligung |
Durch pathologische Untersuchung bestätigte Fernmetastasen |
1 Der klinische Nachweis einer nodularen oder metastasierten Erkrankung kann durch Inspektion, Palpation und/oder Bildgebung erfolgen.
2 Der pathologische Nachweis/Bestätigung einer Lymphknotenerkrankung kann durch eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie, eine Lymphknotendissektion oder eine Feinnadelbiopsie erfolgen. Eine pathologische Bestätigung einer metastasierten Erkrankung kann durch eine Biopsie der vermuteten Metastasierung erfolgen.
3 In-Transit-Metastasierung: ein Tumor, der sich von der primären Läsion unterscheidet und entweder (1) zwischen der primären Läsion und den drainierenden regionalen Lymphknoten oder (2) distal der primären Läsion lokalisiert ist.
Bildgebung
Zur Beurteilung der regionären Lymphknoten hat sich die Lymphknotensonografie als einfach praktikable und nicht belastende Untersuchungsmethode bewährt. Da bei fast 10 % der Patienten bereits bei Erstdiagnose eine Fernmetastasierung besteht, sollte initial eine Ganzkörperausbreitungsdiagnostik mittels Schnittbildgebung erfolgen. Dabei scheint die PET-CT-Bildgebung der konventionellen CT überlegen zu sein. Für die intrazerebrale Ausbreitungsdiagnostik empfiehlt sich ein MRT Schädel [26] [29] [30] [31] [32] [33].
Operative Therapie
Aufgrund der hohen Rate von Lokalrezidiven wird im Stadium I die Exzision des Primärtumors mit 1 cm Sicherheitsabstand und im Stadium II mit 2 cm Sicherheitsabstand empfohlen [34] [35] [36] [37]. In der häufig betroffenen Kopf-Hals-Lokalisation kann aufgrund der anatomischen Besonderheiten zur Erzielung eines guten funktionellen und kosmetischen Ergebnisses auch ein kleinerer Sicherheitsabstand ausreichend sein, wobei der Tumor möglichst R0 exzidiert werden sollte. Aufgrund der häufigen Mikrometastasierung in die regionären Lymphknoten sollte die operative Therapie des Primärtumors mit einer Schildwächterlymphknotenbiopsie kombiniert werden. Ob beim Vorhandensein von Mikrometastasen im Schildwächterlymphknoten eine komplettierende Lymphadenektomie die Prognose hinsichtlich rezidivfreiem und Gesamtüberleben verbessern kann, ist derzeit unklar [38] [39] [40]. Diesbezüglich sollten die Patienten individuell beraten werden.
Strahlentherapie
Aufgrund des hohen Risikos von Lokalrezidiven sollte eine adjuvante Strahlentherapie des Tumorbettes erfolgen. Bei kleinen Tumoren mit einem Tumordurchmesser < 1 cm ohne Lymphgefäßinvasion und Vorliegen eines ausreichenden Sicherheitsabstandes kann auf eine adjuvante Radiatio des Tumorbettes verzichtet werden. Die Bestrahlung erfolgt i. d. R. mit einer Gesamtdosis von 50 Gy in Einzeldosen von 2 Gy. Die adjuvante Bestrahlung des regionären Lymphabflussgebietes ist durch die Etablierung der Schildwächterlymphknotenbiopsie in den Hintergrund getreten. Im Stadium der Fernmetastasierung erfolgt die Bestrahlung im Rahmen eines abgestimmten Gesamtkonzeptes mit der chirurgischen Resektion und der Systemtherapie.
Systemtherapie
Bis 2016 erfolgte als Erstlinientherapie des metastasierten Merkelzellkarzioms zunächst eine Chemotherapie. Die Ansprechraten lagen mit 50–76 % je nach Chemotherapieprotokoll vergleichsweise hoch, das progressionsfreie Überleben war mit 3–8 Monaten leider nur von kurzer Dauer [41] [42] [43] [44]. Aufgrund der erhöhten Expression von PD-L1 auf den Tumorzellen lag es nahe, den therapeutischen Nutzen von Antikörpern gegen das Checkpointmolekül PD1 und seinen Liganden, PD-L1, zu untersuchen. 2016 wurden die Ergebnisse der JAVELIN Merkel 200-Studie zur Therapie von Chemotherapie-vorbehandelten Patienten mit dem PD-L1-Antikörper Avelumab veröffentlicht [45]. Von 88 Patienten zeigten 8 eine komplette Remission und 20 Patienten eine partielle Remission. Dies entspricht einer objektiven Ansprechrate von 31,8 %. Im Rahmen dieser Studie wurden auch Patienten in der Erstlinientherapie behandelt. Hier zeigte sich sogar eine Ansprechrate von 62 %. Diese Ergebnisse führten zur Zulassung von Avelumab (Bavencio) seitens der FDA und der EMA im Jahre 2016. 2018 erfolgte dann die FDA-Zulassung von Pembrolizumab zur Behandlung des fortgeschrittenen Merkelzellkarzinoms. Derzeit wird der Einsatz weiterer Checkpointinhibitoren in klinischen Studien auch in der adjuvanten und neoadjuvanten Situation untersucht.
Nachsorge
Bis heute existieren keine wissenschaftlich evaluierten Empfehlungen zur Nachsorge. Da es sich beim Merkelzellkarzinom um einen aggressiven Tumor handelt, ist das Risiko eines lokoregionären Rezidivs bzw. einer Metastasierung signifikant. Es empfiehlt sich daher eine initial vierteljährliche Nachsorge analog zum Hochrisikomelanom. Dabei ist neben dem Einsatz der Lymphknotensonografie auch eine regelmäßige Schnittbildgebung sinnvoll. Die aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt bei Patienten mit negativem Schildwächterlymphknoten einmal jährlich eine PET-CT- oder CT-/MRT-Untersuchung und bei Patienten mit positivem Schildwächterlymphknoten sogar vierteljährlich für die ersten beiden Nachsorgejahre[46].
Interessenkonflikt
Der Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Literatur
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Publication History
Article published online:
14 April 2022
© 2022. Thieme. All rights reserved.
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