Phlebologie 2022; 51(03): 120-121
DOI: 10.1055/a-1812-4397
Literatur weltweit

Venovo-Stents: gute Ergebnisse auch noch drei Jahre nach der Implantation

Contributor(s):
Stephanie Gräwert
Dake MD.. et al.
Three-Year Results from the Venovo Venous Stent Study for the Treatment of Iliac and Femoral Vein Obstruction.

Cardiovasc Intervent Radiol 2021;
44: 1918-1929
DOI: 10.1007/s00270-021-02975-2. (PMID: 34545448)
 

    Zur Behandlung peripherer Venenobstruktionen wurden früher meist unbeschichtete Metallstents eingesetzt, die eigentlich für Arterien entwickelt wurden. Da Arterien und Venen sich in ihrer Wandstruktur deutlich unterscheiden und unterschiedlichen Drücken standhalten müssen, sind inzwischen auch Stents für das venöse System verfügbar. Dazu gehört auch das Venovo-Stentsystem, das in der vorliegenden Studie vielversprechende Ergebnisse liefern konnte.


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    Eingeschlossen in die Studie wurden 170 Patienten mit symptomatischer, nicht maligner Abflussstörung der iliakalen oder femoralen Venen; 93 Patienten litten unter einem postthrombotischen Syndrom (PTS), 77 unter symptomatischen nicht thrombotischen iliakalen Venenläsionen (NIVL). Weitere Einschlusskriterien waren ein CEAP-Score von ≥ 3 oder ein Venous Clinical Severity Score (VCSS) von ≥ 2.

    Bei den 170 Patienten kamen insgesamt 219 Stents zum Einsatz, denn in einigen Fällen waren mehrere Gefäße betroffen. Technisch erfolgreich war die Stentimplantation bei allen Patienten, d. h. alle Stents konnten erfolgreich an der intendierten Stelle eingesetzt werden und die Läsion adäquat überdecken. Die Reststenose lag dann noch bei durchschnittlich 14,3 %; vorher waren es im Schnitt 75,7%. Auch die prozedurale Erfolgsrate war mit 98,8 % sehr hoch: nur in zwei Fällen traten nach dem Eingriff unerwünschte Ereignisse in Form einer Stentthrombose auf. Stentembolien, -migrationen oder -frakturen kamen nicht vor. Eine Zielgefäß- bzw. Zielläsions-Revaskularisation war auch drei Jahre nach dem Eingriff in den meisten Fällen nicht notwendig (88,1 %).

    Nach der Stentimplantation besserten sich die Beschwerden der Patienten signifikant (VCSS-Wert: –1,7 Punkte; Chronic Venous Quality-Questionnaire/CIVIQ-20: –15,7 Punkte). Die primären Offenheitsraten nach zwölf Monaten lagen bei 88,6 %, wobei die Offenheitsraten der PTS-Patienten geringer waren als die der NIVL-Gruppe (81,7 % vs. 97,1 %). Meist traten in den ersten 30 Tagen keine unerwünschten Ereignisse auf (93,5%), wobei auch hier die PTS-Patienten vergleichsweise schlechter abschnitten (88,2 % vs. 100 %). In dem dreijährigen Beobachtungszeitraum gab es insgesamt sechs Todesfälle; Todesursachen waren vor allem Karzinome und Myokardinfarkte.

    Fazit:

    Auch drei Jahre nach der Implantation waren die Venovo-Stents überwiegend noch durchgängig und intakt und die Reinterventionsraten gering. Inzwischen sind in den USA vier verschiedene Stentsysteme für venöse Gefäße zugelassen. Um die Unterschiede zwischen diesen Stents und dem Venovo-System zu ermitteln, sind weitere Studien notwendig.

    Stephanie Gräwert, Leipzig


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    Publication History

    Article published online:
    14 June 2022

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