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DOI: 10.1055/a-1832-7672
Für den Nachwuchs
For the Next GenerationAuthors




Bei diesem Editorial habe ich speziell an unseren dermatologischen Nachwuchs gedacht und an die Schüler der Schüler unseres Jubilars, Herrn Prof. Jung, den Direktor Emeritus der Hautklinik der Universitätsmedizin Mannheim, dessen 90-jähriger Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird. Er war Herausgeber der „Aktuellen Dermatologie“ und mein direkter Vorgänger in dieser anspruchsvollen Aufgabe.
Ein charakteristisches Ereignis aus meiner Zeit als leitende Oberärztin der Hautklinik möchte ich darstellen. Vor der Emeritierung unseres Chefs war die Klinik in hellem Aufruhr und in der Planung, was wir zur Verabschiedung am besten tun könnten. Wir fragten uns, was wäre wohl die beste Art, einen Chef, den man sehr geschätzt hat, zu verabschieden? Wir begannen mit „Brain-Storming-Sitzungen“. Eine daraus geborene Idee war die einer „klassischen“ Jubiläumsschrift, beschreibend die Leistungen der Abteilung, die Belegungszahlen, die Liegezeiten, die Fülle der Publikationen und die wissenschaftlichen Projekte. Dabei waren wir stolz und uns bewusst, dass wir damit ein gutes Bild abgegeben hätten. Dann aber – gerade noch rechtzeitig – fiel im „Rapport“ – der jeweils dienstags stattfindenden Besprechung der Oberärzte mit Herrn Professor Jung bei Tee und Brötchen – eine Bemerkung unseres Chefs. Wir sollten doch besser unsere Energie in Zukünftiges stecken, als alte Taten zu beweihräuchern, das sei nicht produktiv. Daher sollen hier nicht die wissenschaftlichen Leistungen, die vielen Publikationen, die verdienstvolle Zeit als Prodekan in Heidelberg u. a. thematisiert werden. Was unserem Klinikdirektor als Führungsperson zu allen Zeiten genauso wichtig war wie Leistung, war der Spaß beim Erbringen der Leistung, eine gute Zusammenarbeit, miteinander sprechen und einander helfen, die Leistungen der Mitarbeiter – deren Persönlichkeit entsprechend – natürlich maximal zu fördern. Dieser Führungsstil hat mich sehr beeindruckt. Auch als Herausgeber des Lehrbuchs zur Dermatologie aus der Dualen Reihe, das von seiner Schülerin Frau Prof. Moll, emeritierte Direktorin der Universitätsklinik Hamburg, weitergeführt wird, war er hochengagiert und mit Herzblut ein Lehrer der Dermatologie. Ich weiß, dass er ein interessierter Leser „seiner“ Zeitschrift geblieben ist und kann daher auf diesem Wege gratulieren.
Viel Lebensfreude für die folgenden Jahre wünscht dem „Homo emeritus“ im Kreis seiner Familie und Freunde
Ihre
Christiane Bayerl, Wiesbaden
Interessenkonflikt
Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Korrespondenzadresse
Publication History
Article published online:
14 June 2022
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