Dtsch Med Wochenschr 2025; 150(07): 333-341
DOI: 10.1055/a-2288-2366
Dossier

Septischer Schock

Septic shock

Authors

  • Ulrike Olgemöller

  • Christian Becker

Wegen der hohen Prävalenz und Mortalität des septischen Schocks sowie seiner Komplexität sind eine zielgerichtete Diagnostik und ein standardisiertes Vorgehen für eine adäquate zügige Therapie unabdingbar. Hierbei kommt es neben der hämodynamischen Stabilisierung vor allem auf die Behandlung des Infektfokus an. Die wichtigsten diagnostischen Tools, Behandlungsstrategien und praktischen Hilfestellungen für den klinischen Alltag werden im Folgenden vorgestellt.

Abstract

Due to a large number of nosocomial, but also hospital-associated infections, sepsis and therefore septic shock occur frequently in everyday clinical practice. Considering the high prevalence and mortality rate of the disease and its complexity, precise knowledge of pathophysiology, diagnostics and therapy is essential for every clinical doctor.
Because time in this case is such a critical factor, patients in septic shock in particular require a standardized approach and targeted, swift diagnostics to start adequate treatment as soon as possible. In addition to hemodynamic stabilization, the treatment of the infection’s origin is particularly important.
This article is intended to provide an overview of the most important diagnostic tools, treatment strategies and concepts, as well as practical assistance for everyday clinical practice.

Kernaussagen
  • Bei bestehender Sepsis – mit anhaltender Hypotonie und der Notwendigkeit einer Therapie mit Vasopressoren zum Erhalt eines mittleren arteriellen Drucks von 65mmHg sowie laborchemisch erhöhten Laktatwerten >2mmol/l – liegt ein septischer Schock vor.

  • Entsprechend dem „Stunde-1-Bündel“ sollte innerhalb der ersten Stunde eine Therapie mit einem Breitspektrum-Antiinfektivum begonnen werden. Ebenso sollte eine unmittelbare Flüssigkeitssubstitution bei Hypotonie bzw. persistierendem Laktat erfolgen.

  • Antiinfektive Kombinationstherapien mit 2 Wirkstoffen gegen denselben Erreger sind nur in speziellen Fällen indiziert.

  • Nach initialer Flüssigkeitsgabe ist im Verlauf, unter engmaschigem Monitoring des Volumenstatus, ein restriktives Flüssigkeitsregime zu empfehlen.

  • Bei unzureichendem Ansprechen auf die Flüssigkeitstherapie sollte im septischen Schock rechtzeitig mit einer Vasopressortherapie begonnen werden.



Publication History

Article published online:
14 March 2025

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