Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und andere Motoneuronerkrankungen
Das Wichtigste für Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen
Patrick Weydt, Sarah Bernsen, Johannes Friese, Peter Körtvelyessy: Amyotrophe Lateralsklerose
(ALS) und andere Motoneuronerkrankungen. Das Wichtigste für Ärztinnen und Ärzte aller
Fachrichtungen. München: Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2024; 144 Seiten, 39,00
Euro; ISBN 9783437217814
Motoneuroerkrankungen und insbesondere die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) stellen
aufgrund der Tragweite der Diagnose und der oft raschen Progredienz der schweren Symptome,
eine der großen Herausforderungen der Neurologie dar. Mit 10000 Betroffenen in Deutschland,
Österreich und der Schweiz ist die Erkrankung nicht häufig, aber bei jedem, der mit
der Diagnose beruflich oder privat in Berührung kommt, entsteht durch das Schicksal
der ALS-Patienten das Bedürfnis, sich rasch einen fundierten Überblick über den aktuellen
Stand von Management und Verständnis der Erkrankung zu verschaffen. Obwohl die Erkrankung
weiterhin nicht heilbar ist, haben sich durch Fortschritte der Medizin in der letzten
Zeit neue Erkenntnisse ergeben, die die Behandlung der ALS grundlegend verändert.
PD Dr. Patrick Weydt und Dr. Sarah Bernsen von der Ambulanz für Motoneuronerkrankungen
am Universitätsklinikum Bonn haben jetzt ein Buch vorgelegt, das auf knapp 150 Seiten
das Wichtigste zum Thema ALS für Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtung zugänglich
macht. Der Fokus liegt auf den praktisch-klinischen Aspekten von Diagnose und Management.
Die Kapitel sind klar strukturiert und großzügig bebildert. Differenzialdiagosen und
Medikamentendosierungen sind in hilfreichen Tabellen prägnant zusammengefasst und
über QR-Codes können anschauliche Videos zur Klinik der ALS abgerufen werden. Jedes
Kapitel enthält eine Präambel mit Kernaussagen und ein Quellenverzeichnis mit 10–20
weiterführenden, oft deutschsprachigen Literaturangaben. Das Buch inkorporiert und
kommentiert die aktuellen Leitlinien von 2021 und berücksichtigt darüber hinaus die
zugelassenen Antisenseoligonukleotid-Therapien (Tofersen) gegen SOD1-assoziierte ALS.
Besonders hervorzuheben ist, dass ein eigenes Kapitel den sozialmedizinischen Aspekten
gewidmet ist und eine Sektion mit nützlichen Links und Adressen zur Verfügung gestellt
wird, die die Kontaktdaten von zahlreichen ALS-Zentren im deutschsprachigen Raum vorhält.
Abgerundet wird das Buch durch 2 Kapitel zu der ALS verwandten Erkrankungen, der spinalen
Muskelatrophie und der fronto-temporalen Demenz. Zusammenfassend ist das Buch aufgrund
seiner engagierten Gestaltung nicht nur für Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen,
sondern auch für Therapeutinnen und Therapeuten sowie medizinisch vorgebildete Angehörige
von ALS-Betroffenen interessant.
Claudia Wurster, Ulm, und Heiko Graf, Karlsruhe