Die Wirbelsäule 2025; 09(03): 110-111
DOI: 10.1055/a-2542-7011
Editorial

Konservative Wirbelsäulentherapie und komplementäre Verfahren

Michael Rauschmann
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Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Ausgabe geht in die Grenzgebiete der Wirbelsäulentherapie hinein und beschäftigt sich mit konservativen Therapieansätzen zur Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen, vornehmlich im Bereich der degenerativen Entitäten. Selbstverständlich können einzelnen Techniken auch bei anderen Entitäten, zum Beispiel nach Traumata zur Behandlung von deren Folgen zum Einsatz kommen oder zur Behandlung muskulärer Dysfunktionen im Bereich von Deformitäten. Hier sei vor allem auf die Skoliose verwiesen.

Die DWG beschäftigt sich selbstverständlich von Beginn Ihrer Gründung an mit der Thematik der konservativen Therapie. Die Etablierung eines konservativen Basiskurs-Systemss und die hieraus resultierende Voraussetzung dieses Zertifikat im Team vorzuhalten, um bestimmte Zentren-Zertifizierungen zu erlangen, unterstreicht die Bedeutung der konservativen Therapie und damit auch der komplementären Verfahren einmal mehr.

Im Bereich der wissenschaftlichen Aufarbeitung zu den einzelnen komplementären Verfahren ist es jedoch leider schwer, in und außerhalb unserer Fachgesellschaft Autoren zu finden, die bereit sind die jeweiligen Themen zu verschriftlichen. So ist es nicht gelungen, die wichtigsten Methoden in diesem Themenheft zur Darstellung zu bringen. Trotz Zusage mehrerer Experten zum Thema „Akupunktur und Wirbelsäule“ konnte niemand gefunden werden, der bereit war hierzu einen Übersichtsartikel zu verfassen…

Dank unserer Vorsitzenden der Kommission „konservative Wirbelsäulentherapie“, Frau Prof. A. Steinmetz, konnte schlussendlich ein Themenblock zusammengestellt werden, der die Manuelle Medizin und die Osteopathie von Ihren Grundideen und Ihren Therapieansätzen anschaulich zur Darstellung bringt. Ergänzt werden diese beiden Artikel einerseits durch einen interessanten Therapieansatz von Herrn Dr. V. Heck, der den Periduralkatheter als interventionelles Verfahren in der multimodalen Schmerztherapie nachuntersucht hat und über seine Erfahrungen berichtet, sowie durch Herrn Rogan mit seinem Beitrag zum Einfluss manueller Techniken an der Wirbelsäule auf Sympathikus und Parasympathikus.

Der CME-Artikel von Frau Vicki Marie Butenschön, aus der Arbeitsgruppe von Frau Prof. M. Wostrack und Herrn Prof. B. Meyer beschäftigt sich mit dem sehr lesens- und wissenswerten Thema spinaler Eingriffe bei schwangeren Patientinnen.

Zusätzlich finden Sie selbstverständlich wieder die vom jungen Forum aufgearbeiteten internationalen Artikel und deren Bewertung unter der Rubrik „Referiert und kommentiert“.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen dieses besonderen Themenheftes, welches in seiner Leit-Thematik Behandlungsmethoden beschreibt, die bei vielen Patienten auf eine hohe Akzeptanz treffen und auch erfolgreich sind im Ergebnis, aber bei denen aus schulmedizinischer Sicht noch viel Handlungsbedarf besteht, um die Therapieerfolge wissenschaftlich mit Evidenz zu belegen.

Diese Ausgabe ist für mich als Mit-Herausgeber die letzte, welche ich begleiten durfte. Ich scheide nun nach 9 Jahren aus. Ich schaue mit Dankbarkeit und Zufriedenheit auf die Gründungszeit und die Folgejahre zurück, in welchen sich dieses Journal etablieren konnte, und freue mich, dass ein kompetenter Nachfolger, Herr Prof. Marcus Rickert, gefunden wurde, der zusammen mit Herrn Prof. Heyde und Herrn Prof. Stoffel die Geschicke dieser Zeitschrift in Zukunft begleiten wird.

Ihr
M. Rauschmann



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
04. August 2025

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