Diabetologie und Stoffwechsel 2025; 20(S 02): S419-S427
DOI: 10.1055/a-2592-9523
DDG-Praxisempfehlung

Digitalisierung in der Diabetologie

Authors

  • Susanne Reger-Tan

    1   Klinik für Diabetologie und Endokrinologie, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, Universitätsklinik, Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät OWL, Universität Bielefeld, Deutschland
  • Angelika Deml

    2   Katholische Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern e. V., Regensburg, Deutschland
  • Manuel Ickrath

    3   Unternehmensberatung, Wiesbaden, Deutschland
  • Jens Kröger

    4   Zentrum für digitale Diabetologie Hamburg, Hamburg, Deutschland
  • Bernhard Kulzer

    5   Forschungsinstitut Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM), Diabetes Zentrum Mergentheim (DZM), Bad Mergentheim, Deutschland (Ringgold ID: RIN534127)
    6   Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bamberg, Deutschland
  • Friedhelm Petry

    7   Zentrum für angewandte Diabetologie, Medicum Wetzlar, Wetzlar, Deutschland
  • Nikolaus Scheper

    8   Praxis Drs. Scheper, Schneider und Veit, Marl, Deutschland
  • Oliver Schubert-Olesen

    9   Diabeteszentrum Hamburg City, Hamburg, Deutschland
  • Peter Schwarz

    10   Diabetologie, Universitätsklinikum Dresden, Dresden, Deutschland
  • Dietrich Tews

    11   Diabetes Zentrum Dr. Tews, Gelnhausen, Deutschland
  • Marlo Verket

    12   Medizinische Klinik I – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum RWTH Aachen, Aachen, Deutschland
  • Sabrina Vite

    13   Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Berlin, Deutschland
  • Tobias Wiesner

    14   Praxis für Endokrinologie und Schwerpunktpraxis Diabetes, MVZ Stoffwechselmedizin Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • Dirk Müller-Wieland

    15   Medizinische Klinik I – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum RWTH Aachen, Aachen, Deutschland
    16   Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Berlin, Deutschland

10.1055/a-2076-0353

Aktualisierungshinweis

Die DDG-Praxisempfehlungen werden regelmäßig zur zweiten Jahreshälfte aktualisiert. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie jeweils die neueste Version lesen und zitieren.

Inhaltliche neuerungen gegenüber der Vorjahresfassung

Neuerung: [Tab. 2] wurde aktualisiert

Begründung: Entwicklung zum Thema Krankenhaus vertieft

Ziel dieses Kapitels in den Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) ist es, Aspekte der Digitalisierung in der Diabetologie in der ambulanten und stationären klinischen Praxis darzustellen.

Für Aspekte, die primär Diabetes-Technologie betreffen, wie z.B. Glukose-Sensoren und kontinuierliche Glukosemessungen, verweisen wir auf das entsprechende Kapitel in der Praxisempfehlung der DDG und für die Automated Insulin Delivery System (AID)-Systeme auf die aktuelle S3-Leitlinie zur Therapie des Typ-1-Diabetes in der Version 5.0 von 2023.

Wir werden noch nicht auf die sich in Evaluation befindlichen wissenschaftlichen Bewertungskriterien der DDG für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs), auf die elektronische Diabetes-Akte der DDG (eDA) und das seitens der Regierung geplante digitale Disease-Management-Programm (dDMP) eingehen, da sie in der Versorgung noch nicht regelhaft implementiert sind (Hintergründe und Stellungnahmen zu diesen Themen sind auch auf der Webseite der DDG zu finden). Ferner gehen wir dieses Jahr auch nicht auf die Telematik-Infrastruktur und „elektronische Patientenakte (ePA) für alle“ ein, da sich das neue Konzept der Gematik ebenfalls noch in der Einführungsphase befindet.

Die Praxisempfehlungen der DDG zur Digitalisierung sind ein „lebendes System“ und werden jährlich aktualisiert, wobei sich die adressierten Themen jeweils bedarfsgerecht in Zukunft ändern können.

Daher werden dieses Jahr folgende Themen adressiert:

  • Positionen des Digital-Kodex der DDG

  • Smart Pens

  • DiGAs mit Listung im DiGA-Verzeichnis

  • Videoschulung und Telemedizin

  • Digitalisierung der Diabetes-Versorgung im stationären Bereich

  • Datenschutz und -sicherheit in der Praxis

In der Medizin verändert Digitalisierung alle Bereiche von der Diagnostik über Monitoring, Therapie, Versorgung, Screening bis hin zu Prävention sowie Beratung und Aufklärung. Sie stellt aber auch eine einzigartige Möglichkeit dar, durch den Einsatz unterschiedlicher digitaler Instrumente (z.B. Apps, Smartphones, Tablets, telemedizinische Anwendungen) verschiedene Fachdisziplinen zu vernetzen und medizinische Kompetenz auch in der Fläche sowie zeitnah vorzuhalten. Das Arzt-Patienten-Verhältnis, das Arztbild sowie die Rolle der Patient*innen und die der sonstigen Akteur*innen im Gesundheitsbereich werden sich dadurch verändern. Relevant sind hierbei eine telemedizinische und kommunikative Vernetzung, die Evaluierung von sogenannten Wearables und Apps zum Lebensstil sowie klinischen Entscheidungshilfen für Ärzt*innen und Patient*innen.



Publication History

Received: 26 June 2025

Accepted: 08 September 2025

Article published online:
24 December 2025

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