Laryngorhinootologie 2026; 105(02): 113-124
DOI: 10.1055/a-2623-3040
Facharztwissen HNO

Die schwierige Wunde im Kopf-Hals-Bereich

Difficult Wounds in the Head and Neck Area

Authors

Die Versorgung von Wunden im Kopf-Hals-Bereich erfordert präzises, individualisiertes Vorgehen. Anatomische Komplexität, funktionelle Bedeutung und ästhetische Ansprüche machen Verletzungen in diesem Bereich häufig zu einer klinischen Herausforderung. Der Artikel beleuchtet Wundarten, Heilungsprozesse, Störungen sowie moderne Therapieoptionen, inklusive der Vakuum-Wundtherapie, und zeigt praktische Strategien für eine optimale Wundbehandlung.

Abstract

Wound care in the head and neck region is particularly challenging due to its complex anatomy, functional significance, and aesthetic requirements. A careful approach that considers systemic and local factors, as well as consistent wound care, are crucial for healing with minimal complications. Traumatic, iatrogenic, and chronic wounds each require specific strategies, with wound closure, suture technique, and appropriate wound dressings significantly influencing success. Difficult wounds, such as those following bite injuries or complex postoperative defects, benefit from an interdisciplinary, individualized approach. This case report of a pharyngocutaneous fistula illustrates that conventional surgical procedures are not always sufficient. In addition, combined endo- and external NPWT can be a helpful option under certain conditions to promote granulation formation and support wound closure, although it is not yet standard practice. Future developments will be characterized by digital documentation, standardized follow-up, bioactive wound dressings, and regenerative procedures. The goal remains to shorten healing times, reduce complications, and optimize function and cosmetic outcomes. Overall, the article underscores the importance of an interdisciplinary and individualized approach that combines proven methods with innovative techniques to meet the complex requirements of complex wound care in the head and neck region.

Kernaussagen
  • Die Wundversorgung im Kopf-Hals-Bereich ist aufgrund der komplexen Anatomie, der funktionellen Bedeutung und ästhetischer Anforderungen besonders anspruchsvoll.

  • Ein sorgfältiges Vorgehen, das systemische und lokale Einflussfaktoren berücksichtigt, sowie eine konsequente Wundtoilette sind entscheidend für eine komplikationsarme Heilung.

  • Traumatische, iatrogene und chronische Wunden erfordern jeweils spezifische Strategien, wobei Wundverschluss, Nahttechnik und geeignete Wundauflagen den Erfolg wesentlich beeinflussen.

  • Schwierige Wundverläufe, etwa nach Bissverletzungen oder komplexen postoperativen Defekten, profitieren von einem interdisziplinären, individualisierten Ansatz.

  • Die Fallschilderung einer pharyngokutanen Fistel verdeutlicht, dass klassische chirurgische Verfahren nicht immer ausreichen.

  • Ergänzend kann die kombinierte Endo- und externe NPWT unter bestimmten Bedingungen eine hilfreiche Option darstellen, um die Granulationsbildung zu fördern und den Wundverschluss zu unterstützen, wobei sie derzeit noch nicht Standard ist.

  • Zukünftige Entwicklungen werden durch digitale Dokumentation, standardisierte Verlaufskontrollen, bioaktive Wundauflagen und regenerative Verfahren geprägt sein.

  • Ziel bleibt, Heilungszeiten zu verkürzen, Komplikationen zu reduzieren und Funktion sowie kosmetisches Ergebnis zu optimieren.

  • Insgesamt unterstreicht der Artikel die Bedeutung eines interdisziplinären und individualisierten Vorgehens, das bewährte Methoden mit innovativen Techniken kombiniert, um den komplexen Anforderungen der komplexen Wundversorgung im Kopf-Hals-Bereich gerecht zu werden.



Publication History

Article published online:
05 February 2026

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