Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2026; 61(02): 74
DOI: 10.1055/a-2774-4187
Neues aus der Forschung

Chronischer Stress während der Pandemie bei Personal im Gesundheitswesen

Authors

    Contributor(s):
  • Benedikt Lampl

Fünf Jahre nach Ausbruch der Pandemie dokumentieren zahlreiche Studien einen Anstieg von chronischem Stress, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Angstzuständen, Depressionen und Burnout. Berufstätige Frauen und Pflegekräfte scheinen überproportional betroffen zu sein; während der Pandemie wurden vermehrt Fälle von Burnout gemeldet. Chronischer Stress und Burnout sind die Hauptursachen für den beispiellosen weltweiten Mangel an Personal im Gesundheitswesen. Validierte Instrumente zur Erfassung der psychischen Gesundheit wie die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) und die Perceived Stress Scale (PSS) sowie etablierte Fragebögen wie das Maslach Burnout Inventory – Human Services Survey (MBI-HSS) können Einblicke in die Erfahrungen von Intensivpflegepersonal und den Zusammenhang zwischen Angstzuständen, Depressionen, beruflicher Erschöpfung und Burnout geben. Keines dieser Instrumente spiegelt jedoch die biologischen Auswirkungen von Stress wider, eine pathophysiologische Verbindung zwischen selbstberichtetem oder erlebtem Stress und biologischer Funktion kann damit nicht hergestellt werden. Plasmacortisol ist ein Biomarker für Stress und kann in Speichel, Blut und Urin gemessen werden. Diese Messungen zeigen jedoch nur punktuelle Stressbelastungen. Der Cortisolspiegel kann auch in Haaren bestimmt werden und spiegelt die allostatische Belastung durch chronischen Stress über längere Zeiträume wider.



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Article published online:
27 February 2026

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