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DOI: 10.1055/a-2776-6900
RSV-Prophylaxe bei Neugeborenen: Implementierung und elterliche Akzeptanz in der ersten Saison in Deutschland
Article in several languages: English | deutschAuthors
Clinical Trial:
Registration number (trial ID): DRKS00035342, Trial registry: German Clinical Trials Register (https://drks-neu.uniklinik-freiburg.de/), Type of Study: Querschnittstudie und retrospektive Datenanalyse
Zusammenfassung
Einleitung
Das RSV-Virus ist die häufigste Ursache akuter unterer Atemwegsinfektionen im Säuglingsalter. Seit 2024 empfiehlt die STIKO allen Neugeborenen eine Immunisierung mit Nirsevimab vor bzw. während ihrer ersten RSV-Saison. Ziel dieser Studie war es, die elterliche Akzeptanz und die Immunisierungsrate in der ersten Saison nach der STIKO-Empfehlung in Deutschland zu untersuchen.
Methoden
Die Studie schloss alle zwischen dem 01.11.2024 und dem 31.01.2025 am Perinatalzentrum unseres Universitätsklinikums geborenen Neugeborenen ein.
Eltern erhielten präpartal ein Informationsschreiben; die ärztliche Aufklärung erfolgte bei der U2-Vorsorgeuntersuchung. Die Immunisierungsrate wurde anhand elektronischer Akten analysiert. Ein Online-Fragebogen erhob ergänzend die elterliche Informationszufriedenheit.
Ergebnisse
Von 1030 Neugeborenen erhielten 76% Nirsevimab, 6% waren durch die maternale RSVpreF-Impfung geschützt (gesamt: 82%). Kinder von Mehrgebärenden wurden seltener immunisiert als Kinder von Erstgebärenden (OR = 0,52; p < 0,001). Mütter ≥ 30 Jahre stimmten häufiger zu (30–34: OR = 1,75; ≥ 35: OR = 1,72). 68% der Eltern trafen ihre Entscheidung bereits vor der Geburt. Von 153 Befragten wünschten 17% weiterführende Informationen zu Sicherheit, Schutzdauer und Verfügbarkeit.
Schlussfolgerung
Das maternale Alter und die Parität scheinen mit der Impfentscheidung assoziiert zu sein. Eine frühzeitige, präpartale Aufklärung und die transparente Kommunikation zur Sicherheit der Präparate könnten die Akzeptanz möglicherweise weiter erhöhen.
Schlüsselwörter
respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) - Nirsevimab - RSV-Prophylaxe - Impfakzeptanz - elterliche ImpfakzeptanzEinleitung
Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) verursacht weltweit am häufigsten akute Infektionen der unteren Atemwege (LRTI) bei Säuglingen und Kleinkindern [1]. Besonders gefährdet von schweren Infektionen sind Neugeborene in den ersten 6 Lebensmonaten. 2019 wurden in dieser Altersgruppe weltweit 6,6 Millionen RSV-assoziierte LRTI, 1,4 Millionen Hospitalisierungen und 13300 im Krankenhaus dokumentierte Todesfälle durch RSV-assoziierte LRTI registriert [2]. Zu den Risikofaktoren für einen schweren Verlauf zählen Frühgeburtlichkeit, kongenitale Herzfehler sowie chronische Lungenerkrankungen [3]. Dennoch traten etwa 80% der schwer verlaufenden Fälle von RSV-assoziierter LRTI bei zuvor gesunden Säuglingen auf [4].
Angesichts der hohen Krankheitslast und der erheblichen Beanspruchung des Gesundheitssystems wird seit Jahren an wirksamen Präventionsstrategien geforscht. Bis vor Kurzem stand mit Palivizumab, einem lediglich für Risikokinder empfohlenen monoklonalen Antikörper (mAk), ein Präparat zur Verfügung, das während der RSV-Saison monatlich verabreicht wurde [5].
Im Jahr 2022 erlangte mit Nirsevimab ein langwirksamer monoklonaler Antikörper die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) [6]. Aufgrund seiner längeren Serumhalbwertszeit von 68,9 ± 10,9 Tagen genügt eine einmalige intramuskuläre Applikation pro RSV-Saison zur wirksamen Prophylaxe [7]. Die Anwendung von Nirsevimab wird auch für Neugeborene ohne spezielle Risikofaktoren empfohlen [8]. Die Wirksamkeit zur Prävention RSV-assoziierter Hospitalisierungen konnte in mehreren Studien belegt werden. Die randomisierte HARMONIE-Studie zeigte eine Effektivität von 83,2% (95%-KI [67,8; 92,0]) bei Säuglingen ≤ 12 Monaten [9]. Vergleichbare Ergebnisse lieferten die französische prospektive Kohortenstudie ENVIE (83,0%; 95%-KI [73,4; 89,2]) sowie eine retrospektive US-Kohortenstudie aus 2025 mit 98,0% Effektivität gegen hospitalisierte Patienten mit RSV-LRTI [10] [11]. Eine Metaanalyse von 2025 bestätigt die hohe Wirksamkeit von Nirsevimab in der klinischen Praxis: In 27 Studien aus 5 Ländern war die Gabe von Nirsevimab mit einer signifikant reduzierten Rate an RSV-bedingten Hospitalisierungen (OR = 0,17), Aufnahmen auf die Intensivstation (OR = 0,19) und unteren Atemwegsinfektionen (OR = 0,25) bei Säuglingen im ersten Lebensjahr assoziiert [12].
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit dem 27.06.2024 die Anwendung von Nirsevimab bei allen Neugeborenen und Säuglingen bis zum ersten Lebensjahr unabhängig von individuellen Risikofaktoren während ihrer ersten RSV-Saison.
Alle Neugeborenen sollten während der RSV-Saison (Oktober bis März) möglichst frühzeitig eine RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab erhalten, idealerweise vor Entlassung aus der Geburtsklinik [8].
Diese Empfehlung deckt sich weitgehend mit den Leitlinien des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA, mit Ausnahme der bislang in Deutschland nicht von der STIKO empfohlenen maternalen RSV-Impfung mittels des bivalenten Impfstoffs RSVpreF [13]. Die Verabreichung dieses Impfstoffs sollte zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche erfolgen. Durch diaplazentare Übertragung maternaler RSV-Antikörper kann ein passiver Nestschutz über 4 bis 6 Monate gewährleistet werden, abhängig vom Zeitpunkt der Impfung in der Schwangerschaft [14] [15].
Die RSV-Immunisierung vor Entlassung der Neugeborenen stellte deutsche Geburtskliniken in der vergangenen RSV-Saison vor logistische Herausforderungen.
Bislang liegen für Deutschland keine publizierten Daten zur Inanspruchnahme der RSV-Immunisierung vor. Angesichts der Tatsache, dass der Impferfolg maßgeblich von der Impfbereitschaft der Eltern sowie einer effektiven logistischen Umsetzung abhängt, ist für zukünftige Optimierungen eine systematische Erhebung von Immunisierungsbereitschaft und Immunisierungsrate erforderlich.
Ziel dieser Studie war die Erfassung der elterlichen Akzeptanz der RSV-Immunisierung in der ersten RSV-Saison 2024/25 nach STIKO-Empfehlung in Deutschland. Primärer Endpunkt war der Anteil der Neugeborenen, die vor Klinikentlassung eine RSV-Prophylaxe mit Nirsevimab erhielten. Sekundäre Endpunkte umfassten die elterliche Zufriedenheit mit der Informationsvermittlung, Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme der RSV-Immunisierung sowie den Anteil bereits während der Schwangerschaft RSV-geimpfter Mütter.
Methoden
Ethik und Datenschutz
Die Studie wurde der Ethikkommission der Ludwig-Maximilians-Universität München vorgelegt, die ein positives Votum erteilte (Referenz-Nummer: 24–0925). Zudem wurde die Studie im Deutschen Register Klinischer Studien erfasst (DRKS-ID: DRKS00035342). Die Datenerhebung und -auswertung erfolgte vollständig anonymisiert gemäß DSGVO.
Studienpopulation
Ab dem 14.10.2024 wurde Nirsevimab allen am Perinatalzentrum des Klinikums geborenen Kindern angeboten, deren Mütter keine RSVpreF-Impfung bis spätestens 14 Tage vor der Geburt erhalten hatten. Die Verabreichung erfolgte im Rahmen der U2-Untersuchung, die zwischen dem 3. und 10. Lebenstag stattfindet. Die Eltern erhielten schriftliches Informationsmaterial (deutsch/englisch, siehe Anhang, online) zur RSV-Prophylaxe präpartal im Rahmen der Geburtsanmeldung oder bei Aufnahme in den Kreißsaal und gegebenenfalls erneut postpartal auf der Wochenbettstation. Die ärztliche Aufklärung erfolgte bei der U2-Untersuchung. Im Rahmen dieser Studie wurde zum einen anhand eines Fragebogens evaluiert, ob die Eltern sich durch die bereitgestellten Informationen ausreichend informiert fühlten. Zum anderen wurde eine retrospektive Analyse hinsichtlich der RSV-Immunisierungsrate und deren Einflussfaktoren durchgeführt.
Retrospektive Datenanalyse
Eingeschlossen wurden alle im Zeitraum vom 01.11.2024 bis zum 31.01.2025 am Klinikum geborenen Kinder. Das Ziel der Studie war die Ermittlung der Immunisierungsrate sowie potenzieller Einflussfaktoren. Die Analyse basierte auf elektronischen Krankenakten (KAS/SAP, ViewPoint 6/GE HealthCare, Mesalvo Group/Meona). Untersuchte Variablen umfassten Impfstatus, Geschlecht, Geburtsgewicht, Schwangerschaftswoche, Parität, mütterliches Alter und Schwangerschaftsrisiken. Sie wurden kategorisiert und mittels Chi2-Test sowie Cramér’s V analysiert. Für Nirsevimab erfolgte zusätzlich eine logistische Regressionsanalyse. Ergebnisse werden als Odds Ratios (OR) mit 95%-Konfidenzintervallen angegeben (Signifikanzniveau: p < 0,05).
Fragebogen
Eltern von Neugeborenen ≥ 35 + 0 SSW wurden im Studienzeitraum um eine anonyme Teilnahme an einer Online-Befragung via EvaSys (Electric Paper Evaluationssysteme GmbH, Lüneburg) gebeten. Der Zugang erfolgte per QR-Code auf Flyern und Postern auf der Wochenbettstation. Der Fragebogen enthielt 9 Fragen und erfasste die Informationszufriedenheit und Entscheidungsgrundlagen zur RSV-Immunisierung. Es wurden 6 Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten sowie 3 offene Fragen gestellt (siehe Anhang, online). Dichotome Fragen mit Mehrfachantworten wurden ausgeschlossen. Unvollständig ausgefüllte Fragebogen wurden für die jeweils vorhandenen Angaben berücksichtigt. Die Auswertung erfolgte deskriptiv über Häufigkeiten und Mittelwerte mit R (Version 4.4.3); punktuell kamen Chi2-Tests zum Einsatz.
Ergebnisse
Retrospektive Datenanalyse
Im Zeitraum vom 01.11.2024 bis zum 31.01.2025 wurden 1103 Kinder an unserem Klinikum geboren. Davon wurden 17 perinatal verstorbene Kinder (11 Spätaborte, 2 Schwangerschaftsabbrüche, 3 primär palliativ versorgte Kinder, 1 intrauteriner Fruchttod) sowie 56 Fälle mit unvollständigen Angaben zum Impfstatus von der Analyse ausgeschlossen. Die Daten von 1030 Neugeborenen flossen in die Auswertung ein. 786 Neugeborene erhielten eine Immunisierung mit Nirsevimab, entsprechend einer Immunisierungsrate von 76,3%. Die Mütter von 62 Neugeborenen (6,0%) waren während der Schwangerschaft mit RSVpreF geimpft worden. Daraus ergibt sich eine RSV-Immunisierungsrate von 82,3% ([Tab. 1]).
Von den 182 nicht immunisierten Neugeborenen (17,7%) lagen in 143 Fällen (78,6%) dokumentierte Ablehnungen der Eltern vor. In 26 Fällen (14,3%) erfolgte eine vorzeitige Entlassung vor der Immunisierung. Bei 11 Kindern (6,0%) war eine Immunisierung in einer kinderärztlichen Praxis geplant, und in 2 Fällen (1,1%) war der Impfstoff nicht verfügbar ([Abb. 1]). Die kombinierte Immunisierungsrate (RSVpreF oder Nirsevimab) blieb über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg konstant: Sie lag im November 2024 bei 81,6%, im Dezember 2024 bei 83,8% und im Januar 2025 bei 81,5%.


In den bivariaten Analysen zeigten sich signifikante Zusammenhänge zwischen dem Impfstatus der Neugeborenen (RSVpreF, Nirsevimab, ungeimpft) und der Parität (p < 0,001) sowie dem mütterlichen Alter (p = 0,001), jeweils mit geringer Effektstärke (vgl. Tab. S1, online).
Betrachtet man nur die Gruppen „ungeimpft“ und „Nirsevimab“, zeigte sich ebenfalls ein Zusammenhang mit der Parität (p < 0,001) und dem maternalen Alter (p = 0,027) ([Abb. 2]). Zusätzlich war die Schwangerschaftswoche bei Geburt signifikant mit der Inanspruchnahme von Nirsevimab assoziiert (p = 0,041), ebenfalls mit geringer Effektstärke (vgl. Tab. S1, online).


Für andere untersuchte Variablen wie das Vorliegen eines Schwangerschaftsrisikos, Geburtsgewicht oder Geburtsmonat zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang mit dem Impfstatus.
Die multivariate Analyse ergab, dass Neugeborene von Mehrgebärenden eine signifikant geringere Wahrscheinlichkeit hatten, Nirsevimab zu erhalten (OR = 0,52; 95%-KI [0,37; 0,73]; p < 0,001). Demgegenüber war die Wahrscheinlichkeit für eine Verabreichung bei Müttern ab 30 Jahren signifikant erhöht – sowohl in der Altersgruppe 30–34 Jahre (OR = 1,75; 95%-KI [1,15; 2,67]; p = 0,009) als auch bei ≥ 35 Jahren (OR = 1,72; 95%-KI [1,10; 2,67]; p = 0,017) (vgl. Tab. S1, online).
Fragebogen
Die elterlichen Perspektiven auf die RSV-Immunisierung wurden während des Studienzeitraums durch eine strukturierte Befragung erfasst. 153 Fragebogen gingen in die Analyse ein, entsprechend einer Rücklaufrate von 15,1%. Davon waren 118 Bogen vollständig und formal korrekt ausgefüllt.
Im Mittel gaben die Teilnehmenden an, sich gut über die RSV-Immunisierung informiert gefühlt zu haben (n = 141, Skala: 1–10; Mittelwert = 8,3; SD = 2,07).
73,5% der Befragten erhielten das Informationsschreiben bereits vor der Geburt; 67,5% gaben an, dieses vor der Entbindung gelesen zu haben ([Abb. 3]).


Die inhaltliche Qualität des Informationsschreibens wurde auf einer Skala von 1 bis 10 mit einem Mittelwert von 8,6 insgesamt positiv bewertet (n = 141, SD = 1,96). 16,7% der Befragten gaben an, dass ihnen weiterführende Informationen gefehlt hätten ([Abb. 3]). Besonders zu den Themen Sicherheit der Immunisierung, Dauer des Schutzes und Verfügbarkeit des Wirkstoffs wurde mehr Informationsbedarf geäußert. Einzelne Teilnehmende kritisierten die sprachliche Verständlichkeit des Informationsbogens und bemängelten das Fehlen eines individuellen ärztlichen Aufklärungsgesprächs vor der U2-Vorsorgeuntersuchung ([Abb. 4]).


67,6% der Befragten gaben an, sich bereits vor der Geburt für die RSV-Immunisierung entschieden zu haben ([Abb. 3]). Eine nähere Analyse ergab, dass das Lesen des Informationsschreibens vor der Geburt signifikant mit einer präpartalen Entscheidungsfindung assoziiert war (Χ2(1) = 7,36; p = 0,007; OR = 2,91; 95%-KI [1,40; 6,08]).
Zu den am häufigsten genannten Gründen für die Ablehnung der Immunisierung zählten der Erhalt der maternalen Impfung RSVpreF während der Schwangerschaft, Bedenken aufgrund limitierter Langzeitdaten, fehlende Erfahrungswerte mit dem Präparat, die generelle Neuheit des Wirkstoffs und der frühe postnatale Immunisierungszeitpunkt.
In einer offenen Frage wurden Rückmeldungen zur RSV-Immunisierung erfasst. Neben positivem Feedback zur Verträglichkeit und zum Angebot wurde die Aufklärung während der Schwangerschaft durch die betreuende gynäkologische Praxis oder bei der U0-Untersuchung als sinnvoll angesehen, da eine Impfaufklärung nach der Geburt häufig untergeht. Persönliche Gespräche wurden angesichts vieler anderer Informationsmaterialien als einprägsamer empfunden. Erfahrungen mit schwerer RSV-Erkrankung von Geschwisterkindern führten in Einzelfällen zu bewussten Entscheidungen für die Immunisierung bei nachfolgenden Kindern.
Diskussion
In der ersten Saison nach Implementierung von Nirsevimab erhielten 76% der infrage kommenden Neugeborenen die Prophylaxe. Einschließlich der maternalen Impfung mit RSVpreF lag die gesamte RSV-Immunisierungsrate bei 82,3%.
In Spanien, Frankreich, Luxemburg und den USA wurden bereits während der RSV-Saison 2023/24 Empfehlungen zur Immunisierung aller Neugeborenen mit Nirsevimab ausgesprochen. Studien aus den USA zeigten deutliche regionale Unterschiede in den Immunisierungsraten. Während in einer Studie aus Kalifornien 78% der Säuglinge RSVpreF pränatal oder Nirsevimab postnatal erhielten [16], lag die Quote in Massachusetts bei 55% [17] und in Wisconsin bei nur 36% [18]. In den europäischen Ländern bestand zum Zeitpunkt der jeweiligen Datenerhebung keine Empfehlung für RSVpreF, sondern nur für Nirsevimab, wofür hohe Immunisierungsraten berichtet wurden. Auch in Europa konnten regionale Unterschiede beobachtet werden: die Immunisierungsrate variierte von 92% in Frankreich [19], 90% in Spanien [20], 84% in Luxemburg [21] und 69% in der italienischen Region Valle d’Aosta [22].
Eine mögliche Erklärung für die ähnlich hohe Inanspruchnahme trotz erstmaliger Empfehlung könnte in der niederschwelligen Verfügbarkeit des Impfstoffs und dem pragmatischen Impfvorgehen liegen. An unserem Universitätsklinikum wurde Nirsevimab allen Neugeborenen im Rahmen der U2-Vorsorge angeboten und war durchgehend verfügbar. Im Gegensatz zur maternalen RSV-Impfung mit RSVpreF, deren Kosten bislang nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, wurde Nirsevimab vollständig erstattet – ein Aspekt, der die elterliche Entscheidungsfindung beeinflusst haben dürfte [23]. Der Antikörper war in der vorangegangenen RSV-Saison in mehreren Ländern im Einsatz, was das Vertrauen in seine Sicherheit und Wirksamkeit gestärkt haben könnte.
Demgegenüber fiel die Inanspruchnahme der maternalen RSV-Impfung mit RSVpreF mit 6% deutlich geringer aus. Mögliche Gründe sind die begrenzte Datenlage, die fehlende STIKO-Empfehlung sowie Unsicherheiten aufseiten betreuender Fachgruppen, die das Thema möglicherweise nicht aktiv ansprechen. Eltern könnten dadurch den Eindruck gewinnen, es handle sich um eine unzureichend geprüfte und potenziell unsichere Impfung. Studienergebnisse, die auf eine mögliche Assoziation zwischen RSVpreF und einer erhöhten Frühgeburtenrate hinweisen, könnten zusätzliche Bedenken ausgelöst haben, obwohl ein kausaler Zusammenhang bislang nicht belegt ist [24].
Die Annahme, dass Eltern mit mehreren Kindern aufgrund eines erhöhten Expositionsrisikos, eigener Erfahrung oder erweiterten Wissens eine höhere Akzeptanz gegenüber der RSV-Prophylaxe zeigen würden, konnte weder durch unsere Daten noch durch andere Studien bestätigt werden [19] [25] [26].
Eine mögliche Erklärung für die geringere Inanspruchnahme durch Multiparae könnte in geringeren zeitlichen Ressourcen liegen oder in der Tatsache, dass die RSV-Immunisierung bei früheren Geburten noch nicht verfügbar war. Dies könnte zu Fehleinschätzungen führen, insbesondere, wenn ältere Geschwisterkinder keine schweren RSV-Verläufe zeigten. Erstgebärende haben im Gegensatz zu Mehrgebärenden möglicherweise ein stärkeres Bedürfnis nach optimaler Vorsorge.
Ein höheres mütterliches Alter (≥ 30 Jahre) erwies sich in unserer Analyse als signifikanter Prädiktor für die Inanspruchnahme der Nirsevimab-Prophylaxe. Ähnliche Befunde zeigten Studien aus Frankreich [19] und den USA [25], in denen bei Müttern ab 35 Jahren eine erhöhte Impfbereitschaft dokumentiert wurde.
Ein zentrales Ergebnis der Fragebogenauswertung ist, dass sich 68% der Eltern bereits präpartal für oder gegen die Immunisierung entschieden. Das Lesen des Informationsschreibens vor der Geburt war signifikant mit einer frühzeitigen Entscheidung assoziiert. Dies unterstreicht die Bedeutung gezielter Aufklärung bereits in der Schwangerschaft zur Erhöhung der Inanspruchnahme.
Inhaltlich sollte die Aufklärung zentrale Themen wie Sicherheit, Dauer der Schutzwirkung und Verfügbarkeit des Wirkstoffs adressieren. Dies wurde in den Rückmeldungen häufig als entscheidungsrelevant genannt. Während logistische Herausforderungen perspektivisch besser bewältigt werden dürften, bleibt die Einschätzung der Sicherheit ein entscheidender Faktor – auch in internationalen Studien [26] [27] [28]. Weitere Einflussfaktoren sind ein insgesamt geringes Wissen über RSV [26] [29], verbreitete Fehlinformationen [27] [29] und der Wunsch nach einem längeren Entscheidungszeitraum [27] [29]. Letzteres zeigte sich auch in dieser Studie: In 11 Fällen war aus der ärztlichen Dokumentation ersichtlich, dass Eltern die Immunisierung nicht unmittelbar postpartal, sondern später vornehmen lassen wollten.
Die Akzeptanz von Impfungen hängt maßgeblich von der subjektiv wahrgenommenen Krankheitslast und dem individuellen Risikoempfinden ab [30]. Um informierte Entscheidungen zu unterstützen, sind evidenzbasierte Informationskampagnen erforderlich, die elterliche Risikowahrnehmungen ernst nehmen, fundiertes Wissen vermitteln und Fehlinformationen entgegenwirken.
Diese Studie weist einige Limitationen auf. Dazu zählen die retrospektive Datenerhebung, das monozentrische Design sowie der überdurchschnittlich hohe Anteil an Risikoschwangerschaften im Kollektiv einer Universitätsklinik, was die Generalisierbarkeit einschränken könnte. Zu Beginn der Saison war die Verfügbarkeit des Impfstoffs begrenzt, da ergänzende Importe aus anderen europäischen Ländern erforderlich waren. Etwa 5% fehlende Angaben zu einer spezifischen Immunisierung stellen im Kontext des Untersuchungsschwerpunktes eine relevante Datenlücke dar, die durch zusätzliche Erhebungsmaßnahmen, etwa eine Nachbefragung der Eltern, möglicherweise hätte reduziert werden können.
Aufgrund des Studiendesigns war es nicht möglich, Kinder zu erfassen, die Nirsevimab ambulant erst nach der stationären Entlassung erhielten. Die Analyse potenzieller Prädiktoren für die Inanspruchnahme beschränkte sich auf eine begrenzte Anzahl von Variablen. Schließlich endete die Datenerhebung bereits Ende Januar und umfasste somit nicht die gesamte Saison, was die Vergleichbarkeit mit anderen Studien potenziell limitiert.
Die Rücklaufquote der Elternfragebogen lag bei 15%, was auf eine begrenzte Teilnahmebereitschaft hinweist und die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken kann. Der Fragebogen konnte aus logistischen Gründen nicht allen Eltern zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist ein Selektionsbias möglich, da Eltern mit positiver Grundhaltung gegenüber der Immunisierung eher zur Teilnahme bereit gewesen sein könnten. Eltern ohne Deutsch- oder Englischkenntnisse waren durch die ausschließlich in diesen Sprachen verfügbaren Materialien potenziell eingeschränkt, was die Teilnahmequote beeinflusst haben könnte.
Trotz der genannten Limitationen weist die Studie mehrere Stärken auf. Sie stellt die erste Untersuchung in Deutschland seit der STIKO-Empfehlung dar, die Daten zur Akzeptanz der neuen RSV-Prophylaxe erhebt. Die große Studienpopulation von über 1000 Neugeborenen bietet eine solide Datengrundlage und stärkt die Aussagekraft der Ergebnisse.
Zukünftige Studien könnten die elterliche Akzeptanz von RSV-Präventionsmaßnahmen über längere Zeiträume und den Einfluss soziodemografischer und psychosozialer Faktoren untersuchen.
Schlussfolgerung
Seit Veröffentlichung der STIKO-Empfehlung zur RSV-Immunisierung aller Neugeborenen im Sommer 2024 wurde an unserem Perinatalzentrum eine relativ hohe Inanspruchnahme verzeichnet, jedoch mit Steigerungspotenzial. Eine frühzeitige, idealerweise präpartale Aufklärung könnte möglicherweise ein Ansatz sein, um die Akzeptanz weiter zu steigern, insbesondere bei Multiparae und jüngeren Müttern.
Supplementary Material
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Fragebogen: Elterliche Akzeptanz der neuen RSV-Prophylaxe für Neugeborene am LMU Klinikum.
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Tab. S1: Ergebnisse statistischer Analyse: log. Regression, Chi2-Tests, Cramérs V.
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Aufklärungsbogen: Passive Immunisierung von Säuglingen gegen RSV-Infektionen (respiratorische Synzytial-Viren). RSV-Prophylaxe mit monoklonalem Antikörper (Nirsevimab, Beyfortus) bei Neugeborenen.
Interessenkonflikt
Die Autorinnen/Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Correspondence
Publication History
Received: 28 August 2025
Accepted after revision: 14 December 2025
Article published online:
05 February 2026
© 2026. The Author(s). This is an open access article published by Thieme under the terms of the Creative Commons Attribution-NonDerivative-NonCommercial-License, permitting copying and reproduction so long as the original work is given appropriate credit. Contents may not be used for commercial purposes, or adapted, remixed, transformed or built upon. (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/).
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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