Pneumologie 2009; 63(6): 352
DOI: 10.1055/s-0029-1214847
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

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AnswerC.  Lange
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Für die AutorenPD Dr. med. Christoph Lange

Forschungszentrum Borstel

Parkallee 35
23845 Borstel

Email: clange@fz-borstel.de

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Publication Date:
10 June 2009 (online)

Table of Contents #

Pneumologie 2008; 62 : 730 – 743

Herr Dr. Hausen spricht in seiner Stellungnahme wahrscheinlich vielen Kolleginnen und Kollegen aus dem Herzen. Eine Leitlinien-getreue Patientenversorgung mit einfachen Hilfsmitteln ist im praktischen Alltag oft nicht möglich.

Unser Wunsch, vor jeder antibiotischen Therapie einer möglichen Lungenentzündung ein Röntgenbild des Thorax zu fordern, muss für viele niedergelassene Kolleginnen und Kollegen ein Wunsch bleiben. Die strukturpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre haben daran nichts geändert. Im Gegenteil.

Es gibt zahlreiche, auch prospektive Untersuchungen, die zeigen, dass klinische Symptome allein meist nicht ausreichen, um eine bakterielle Infektion der tiefen Atemwege von einer nicht-bakteriellen Infektion ausreichend sicher unterscheiden zu können, um so eine adäquate Therapieempfehlung zu geben [1] [2]. Folge sind die vielfach beklagte Übertherapie mit Antibiotika, Hauptursache von gefährlicher Resistenzbildung [3], und zusätzliche finanzielle Belastung unseres Gesundheitswesens. 2007 wurde in Deutschland allein mit Antibiotika bei 38,4 Mio Verordnungen ein Umsatz von 779 Mio. € erwirtschaftet [4]. Legt man die Ergebnisse der Hannover Pro I-Studie von Herrn Prof. Welte [5] oder der Basler-Gruppe um Prof. Müller zugrunde [6] [7], so werden noch immer, auch wenn modernste diagnostische Methoden zum Einsatz kommen können, deutlich zu viele Patienten unötiger Weise mit Antibiotika behandelt.

Wir stimmen Herrn Hausen zu: Klinische Erfahrung ist eine schwer fassbare, aber unabdingbare Voraussetzung für kompetentes ärztliches Handeln! Zu kompetentem ärztlichen Handeln gehören aber auch klare Vorstellungen von den Definitionen von Krankheitsbildern. Zur Definition der Pneumonie gehören Infiltrate im Röntgen-Thorax Bild. Wenn ein Röntgenbild nicht verfügbar ist, behandelt man unter einer Verdachtsdiagnose, dessen muss man sich bewusst sein.

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Literatur

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